Zu wenig Regen! Wird jetzt unser Trinkwasser knapp?
Dresden - Die erste Hitzewelle Ende Juni ist durch. Die nächste nimmt Sachsen sicher schon bald in den Schwitzkasten. Und: Mit der Hitze steigt der Wasserverbrauch. Da drängt sich die Frage auf: Kann das Trinkwasser in den kommenden Tagen und Wochen knapp werden?
"Es gibt derzeit und in den kommenden Tagen keine Einschränkungen bei der Rohwasserversorgung aus unseren Trinkwassertalsperren. Talsperren sind dafür gebaut, auch längere Trockenperioden ausgleichen zu können.
Einige Wochen oder Monate spielen dabei keine Rolle, eher über mehrere Jahre andauernde Trockenperioden erfordern angepasste Maßnahmen", erklärt Claudia Grützmann von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen.
Die Füllstände der Trinkwassertalsperren sind regional unterschiedlich. "Im Westerzgebirge und Vogtland haben wir volle Talsperren", so Grützmann.
Dort liegen die Füllstände im Bereich des Stauzieles oder knapp darunter (rund 95 bis 99 Prozent) und es gab regelmäßige Niederschläge und im Frühjahr eine Schneeschmelze.
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Kaum Regen im Osterzgebirge
Im Mittleren Erzgebirge regnete es weniger. Grützmann: "Da sind die Füllstände etwas niedriger, aber immer noch in dem Bereich, wie es für diese Jahreszeit zu erwarten ist." Die Talsperre Lichtenberg wird derzeit saniert und ist leer. Die Ersatzwasserversorgung für die Freiberger Region erfolgt unter anderem aus der Talsperre Rauschenbach (Füllstand aktuell rund 72 Prozent).
Sehr wenige Niederschläge gab es im Osterzgebirge. Das Talsperrensystem Klingenberg-Lehnmühle liegt deshalb bei nur rund 60 Prozent des Stauziels. "Aber auch hier gibt es bisher keine Einschränkungen der Rohwasserbereitstellung", versichert Grützmann.
Grundsätzlich ist die Wasserversorgung in Sachsen breit aufgestellt und bestens vernetzt. Sie greift auf See- und Talsperrenwasser (39 Prozent), Grundwasser (27 Prozent), Uferfiltrat (24 Prozent), Quellwasser (5 Prozent) sowie angereichertes Grundwasser (4 Prozent) zurück, berichtet Janka Soltes vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.
So gut ist unser Wasser
Bei einem Vergleich der Trinkwasserqualität in 59 deutschen Großstädten landete Leipzig auf Platz 12. Chemnitz kam auf den 25. Platz, Dresden auf Rang 34.
Als Bewertungsmaßstab diente die durchschnittliche Grenzwertausschöpfung bei Blei, Uran, Nitrat, Nitrit und Fluorid.
"Je niedriger der Wert, desto reiner ist das Wasser im Sinne dieser Auswertung", heißt es dazu auf der Homepage des Schweizer Filterherstellers Langwater, der den Vergleich durchgeführt hat. Die besten Wasserwerte bescheinigt der Index der Stadt Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz), die schlechtesten Bremen.
Dort ist auch die Belastung mit den "Ewigkeitschemikalien" PFAS, die der Index separat ausweist, am höchsten. In Sachsen gilt das vor allem für Chemnitz und Dresden.
Erste Kreise verbieten das Abpumpen
Seit Mittwoch verbietet auch der Landkreis Leipzig wegen der Trockenheit das Abpumpen von Wasser aus Flüssen, Seen und Bächen.
Außerdem darf dort von 10 bis 18 Uhr kein Grundwasser aus Brunnen zur Beregnung von Grünflächen und Sportplätzen genutzt werden. Ähnliche Regelungen setzten bereits Nord- und Mittelsachsen sowie die Stadt Chemnitz durch. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Sachsens Flüsse führen derzeit Niedrigwasser. Der Grundwasserstand liegt bei 80 Prozent der Messstellen unter dem langjährigen Durchschnitt.
Der Bund startete am Mittwoch ein neues bundesweites Niedrigwasser-Informationssystem – kurz NIWIS. Es soll über aktuelle Lagen informieren.
Titelfoto: 123RF
