Zug in Sachsen entgleist! Witterung sorgt für längeren Einsatz
Glashütte - Nichts geht mehr auf der bei Wintersportlern beliebten Müglitztalbahn in Sachsen! Wegen eines Zwischenfalls ist der Betrieb seit Montagmorgen vorübergehend eingestellt. Das Technische Hilfswerk (THW) rechnet mit einem längeren Einsatz.
Es war kurz vor 8 Uhr, als im Bahnhof Glashütte plötzlich ein Regionalzug (Nummer 16707) mit Fahrtziel Heidenau an einer Weiche entgleiste.
"Grund dafür soll die Witterung gewesen sein", erklärte Frank Rehbein (46), Sprecher der zuständigen Bundespolizeiinspektion Berggießhübel, gegenüber TAG24.
Insgesamt 25 Fahrgäste seien betroffen gewesen. "Sie blieben unverletzt und wurden evakuiert", so Rehbein weiter.
Laut Infrastrukturbetreiber DB InfraGO seien insgesamt sechs Achsen aus den Schienen gesprungen. Ein Teil der Doppeltraktion soll sich also noch auf dem Gleis befinden.
Der Bundespolizei-Sprecher rechnet mit ganztägigen Maßnahmen zur Aufgleisung der Regionalbahn. Erschwerend würden die beengten Platzverhältnisse wirken.
THW unterstützt mit Hilfszug, auch Kran unterwegs
Die Unfallstelle wurde zunächst durch die Bundespolizei beschlagnahmt. "Anschließend musste die Begutachtung durch Sachverständige erfolgen", erklärt Ralf Mancke (56), Sprecher vom THW Dresden, gegenüber TAG24.
Seine Kollegen wollen noch am Montag mit den Arbeiten beginnen. "Es kommt ein Kranzug aus Leipzig. Dieser wird mit unserem Hilfszug in Dresden-Friedrichstadt gekoppelt und zum Einsatzort gebracht", so Mancke weiter.
Wegen des angekündigten Eisregens würden die Kräfte von 22 bis 8 Uhr jedoch eine Pause einlegen. "Das wäre sonst zu gefährlich." Der THW-Ortsverband Dippoldiswalde unterstütze mit Verpflegung, einem Wärmezelt und Beleuchtung.
Herausfordernd sei das Terrain neben dem havarierten Zug. "Dort befindet sich eine Böschung zur Müglitz", berichtet der Sprecher. Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn habe sich deshalb für den Kraneinsatz entschieden.
Deutsche Bahn lässt Ersatzbusse rollen
Fahrgäste müssen sich auf Verspätungen und Reisezeitverlängerungen einstellen.
Bis mindestens einschließlich Dienstag sind Ersatzbusse auf Gesamtstrecke unterwegs. "Dann kann womöglich der Abschnitt Heidenau - Glashütte für den Zugverkehr freigegeben werden. Die Entscheidung ist aber noch nicht abschließend getroffen", erklärte VVO-Sprecher Christian Schlemper (47) auf TAG24-Nachfrage.
Wie lange die restliche Strecke gesperrt bleibe, hänge vom Schadensausmaß - etwa im Bereich der betroffenen Weiche - ab.
Erstmeldung vom 12. Januar, 9.03 Uhr. Letzte Aktualisierung am 12. Januar, 16.49 Uhr.
Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa, Ove Landgraf

