"Zurschaustellung geistiger Unreife": Sächsische Stadt tobt wegen Vandalismus-Schäden

Bischofswerda - Widerwärtiger Vorfall am Horkaer Teich in Bischofswerda: Bislang Unbekannte haben am vergangenen Wochenende eine große Wandertafel und ein Hinweisschild mit Hakenkreuzen sowie Codes der rechtsextremen Szene (88) verunstaltet. Die Stadtverwaltung tobt.

Sascha Hache (51), Referent des OBs von Bischofswerda, hat in den sozialen Netzwerken gegen die Vandalen ausgeteilt.  © Stadt Bischofswerda

"Manchmal fragt man sich, ob manche Leute ihren Kopp nur noch zum Haareschneiden haben", findet Sascha Hache (51), der persönliche Referent des OBs, deutliche Worte in einem Beitrag bei Facebook und Instagram.

"Intelligenzallergiker" hätten nicht nur die Info-Aufsteller besprüht, sondern auch eine Bank des Indianerpfades am Teich demoliert. "Als Stadt Bischofswerda verurteilen wir diese sinnlose Zurschaustellung geistiger Unreife und stellen einen Strafantrag."

Im Gespräch mit TAG24 erklärt Hache, dass die Verwaltung ihrem Ärger über den Vandalismus in den sozialen Netzwerken einfach mal Luft machen musste.

Sachsen Rappelvolle Züge am Wochenende erwartet: So reagiert der VVO darauf

"Das kostet alles Zeit und Geld - bei ohnehin schon knappen Kassen."

Mitarbeiter des Bauhofs hätten die Schmierereien zügig beseitigt. "Der Schaden an Tafel und Schild wird auf 150 Euro beziffert", so Hache.

Anzeige
Auf einer Wandertafel prangte am Wochenende ein großes Hakenkreuz.  © Stadt Bischofswerda
Auch ein Hinweisschild wurde von mutmaßlich Rechtsextremen mit schwarzer Farbe verunstaltet.  © Stadt Bischofswerda

Stadt macht Zeugenaufruf

Oberbürgermeister Holm Große (59) hofft auf Zeugenhinweise.  © Steffen Füssel

Dem Referenten zufolge sind politisch motivierte Graffiti-Aktionen in Bischofswerda eher selten. Deutlich häufiger würden dagegen Bushaltestellen, Verkehrszeichen und Straßenschilder mit Dynamo-Bezug beklebt oder beschmiert.

"In unserer Stadt und unseren Ortsteilen fiebern viele Menschen mit den Goldfüßen aus unserem schönen Vorort mit, aber die Sympathie mit den Schmierfinken geht gegen Null", sagt OB Holm Große (59), der im Juni 2010 selbst kurzzeitig mal Aufsichtsratsvorsitzender bei der SGD war.

Die Verwaltung hofft nun auf Zeugen, die bei der Aufklärung der Vandalismus-Schäden helfen.

Sachsen Dutzende historisch gekleidete Barockfreunde: Pirna bringt die Leinwand zum Leben

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeidienststelle Bischofswerda (Tel. 03594/7570) oder die Bürgerpolizistin (Tel. 0172/8607939) entgegen.

Mehr zum Thema Sachsen: