Alkoholverbot um zwei Jahre verlängert: Zwickauer Hotspot muss trocken bleiben
Zwickau - Kein Bier auf der Bank, kein Schnaps aus der Flasche: Auf dem Zwickauer Marienplatz bleibt Alkohol für weitere zwei Jahre tabu. Der Stadtrat machte in einer Sondersitzung kurzen Prozess.
Niemand stimmte gegen die Verlängerung, lediglich zwei Stadträte enthielten sich. Damit gilt das zunächst nur für einen Monat verhängte Verbot nun bis August 2028.
OB Constance Arndt (47, BfZ) brachte die Lage auf eine klare Formel: "Es ist ein Hotspot für viele Ordnungswidrigkeiten." Die Stadt habe dort mit "viel Vermüllung, Urinieren im städtischen Bereich", Vandalismus und zunehmenden Streitereien zu kämpfen.
Alkohol habe die Stimmung in den Gruppen immer wieder zusätzlich angeheizt. Ordnungsbürgermeister Sebastian Lasch (49, SPD) nannte den Marienplatz "einen innerstädtischen Brennpunkt", auf dem die Vorfälle über das "normale innerstädtische Geschehen hinausgehen".
Dabei sollte der frisch herausgeputzte Platz eigentlich ein neues Schmuckstück der Innenstadt werden. Doch ausgerechnet diese Aufenthaltsqualität wurde schnell zum Problem.
Vor allem nachmittags und abends trafen sich dort immer größere Gruppen. Zeitweise hielten sich bis zu 50 Menschen gleichzeitig auf dem Platz auf, so Bürgermeister Lasch.
Zwei weitere Modelle standen zur Diskussion
Vor der Entscheidung wurde noch über zwei andere Modelle gestritten. Die CDU wollte die Promille-Bremse deutlich verschärfen – praktisch rund um die Uhr und auch sonntags.
Das BSW wollte hingegen vorsichtiger vorgehen und das Verbot zunächst nur bis Ende Oktober verlängern. Beide Vorschläge wurden vor der Sitzung zurückgezogen. Am Ende bekam die ursprüngliche Zwei-Jahres-Lösung freie Fahrt.
Von Montag bis Samstag darf zwischen 15 und 23 Uhr auf dem Marienplatz kein Alkohol getrunken werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert im schlimmsten Fall ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro.
Auch Kameras über dem Marienplatz sind weiter im Gespräch. Beschlossen wurden sie aber nicht.
Titelfoto: Uwe Meinhold

