Datenpanne in Sachsen! Wasser-Rechnungen landen bei falschen Adressaten

Zwickau - In Tausenden Zwickauer Briefkästen landete Ende letzter Woche "Wasser"-Post – nur leider bei den Falschen. Die Wasserwerke Zwickau haben rund 4000 Jahresabrechnungen an falsche Empfänger geschickt. Das hat die Stadt-Tochter auf ihrer Homepage eingeräumt.

Falsche Abrechnung im Briefkasten: 4000 Kunden der Zwickauer Wasserwerke erhalten in Kürze korrigierte Schreiben.
Falsche Abrechnung im Briefkasten: 4000 Kunden der Zwickauer Wasserwerke erhalten in Kürze korrigierte Schreiben.  © Uwe Meinhold

Die Wasserwerke nennen den Auslöser klar: ein Fehler beim Druckdienstleister. "Bei der internen Datenübertragung des Dienstleisters ist es zu einem Fehler gekommen."

Für Betroffene heißt das: Abrechnung und Abnahmestelle passen nicht zur Adresse. Auch fremde Kontoverbindungen landen unter falscher Anschrift, wenn auch an mehreren Stellen unkenntlich gemacht.

In Zwickau kursiert trotzdem eine Frage: Wer hat jetzt meine Daten? Die Wasserwerke versuchen zu beruhigen: "Wir gehen davon aus, dass es nicht zu missbräuchlicher Nutzung der fehlerhaft übermittelten Daten kommt."

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Der Plan zur Schadensbegrenzung läuft: neue Rechnung, richtige Anschrift und Begleitschreiben.

Auf TAG24-Nachfrage wird’s noch deutlicher: Die Betroffenen werden "persönlich" informiert. Die falsch zugesandten Rechnungen sollen "vernichtet" werden.

Sitz der Wasserwerke in der Zwickauer Erlmühlenstraße: Nach der Datenpanne laufen Korrekturversand und Aufklärung.
Sitz der Wasserwerke in der Zwickauer Erlmühlenstraße: Nach der Datenpanne laufen Korrekturversand und Aufklärung.  © Uwe Meinhold
Wasserwerke-Chefin Heike Kröber (60): Nach dem Fehlversand Tausender Jahresabrechnungen steht die Aufarbeitung im Fokus.
Wasserwerke-Chefin Heike Kröber (60): Nach dem Fehlversand Tausender Jahresabrechnungen steht die Aufarbeitung im Fokus.  © kmwgmbh

Das könnte dem Druckdienstleister jetzt drohen

Juliane Hundert (47) ist seit 2022 oberste sächsische Datenschützerin.
Juliane Hundert (47) ist seit 2022 oberste sächsische Datenschützerin.  © Petra Hornig

Gemeldet ist der Vorfall ebenfalls – und zwar doppelt. Wasserwerke und Dienstleister informierten den obersten sächsischen Datenschützer in Dresden.

Pressesprecher Björn-Henrik Lehmann (57) zeigt sich reserviert: "Wir wurden am 9. Februar 2026 über den Vorfall informiert. Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, das Ergebnis der Prüfung bleibt abzuwarten." Betroffene könnten sich an den Datenschutzbeauftragten wenden. Ob daraus Klagen werden, bleibt offen.

Und was droht dem Druckdienstleister? Datenschutzrechtlich kann es für Unternehmen teuer werden: Bußgelder sind grundsätzlich bis 20 Millionen Euro oder 4 Prozent Weltumsatz möglich. Dazu kommen Auflagen der Aufsicht: von Verwarnung bis Anordnung, Prozesse zu ändern oder nachzubessern.

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"Im Hinblick auf meine besondere Verschwiegenheitsverpflichtung sehe ich von einer Stellungnahme dazu ab", heißt es zu den konkreten Folgen für den Vorfall aus Dresden.

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)

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