Zwickau - Der erste Spatenstich ist gesetzt, jetzt wird’s ernst vor dem Zwickauer Hauptbahnhof! Mit festem Schuhwerk stand Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (62, CDU) am Bahnhofsvorplatz – und setzte gemeinsam mit Baubürgermeisterin Silvia Queck (38, parteilos) und der Unternehmensspitze der Verkehrsbetriebe den ersten Spatenstich für eines der wichtigsten Bauprojekte der Stadt.
Der Bahnhofsvorplatz bekommt in den nächsten Jahren eine grundlegende Schönheitskur. Aus dem in die Jahre gekommenen Ankunftsort soll ein moderner, barrierefreier Umsteigepunkt zwischen Bus und Bahn, Taxi und Auto werden.
"Hier haben sich frühere Generationen Gedanken gemacht, wie sie den Verkehr von A nach B bringen", sagte die Ministerin. "Jetzt soll alles aus einem Guss entstehen."
Baubürgermeisterin Queck war die Erleichterung beim Spatenstich anzumerken. "Ich habe heute Morgen mit viel Glück und Demut in den Spiegel geschaut", sagte sie. "Ich habe mich sehr auf den Tag gefreut."
Denn der Weg bis hierher war lang. Die ersten Stadtratsbeschlüsse gab es bereits 2016, ab 2019 begann die konkrete Planung.
Für Außenstehende sei kaum nachvollziehbar, warum so ein Projekt so lange dauert.
Modernisierung kostet 15 Millionen Euro
SVZ-Betriebsleiter Steffen Schranil (42) erklärt die Tücken des Millionenprojekts so: "Hier waren viele Belange zu berücksichtigen."
Mehr als 600 Meter Schienen werden neu verlegt. Besonders schwierig: Der Bahnhofsvorplatz sei ein Flächendenkmal, der Platz begrenzt.
Etwa 15 Millionen Euro kostet das neue "Eingangstor" zur Stadt, 85 Prozent schießen Bund und Land zu.
Das Projekt gehört zu den sogenannten "Big Five", also den großen Verkehrsprojekten, die Zwickau noch in diesem Jahrzehnt für etwa 70 Millionen Euro voranbringen will.
Dazu gehören Innenstadt-Tangente oder der ÖPNV-Knoten Neumarkt, für den vorbereitende Arbeiten bereits ebenfalls laufen.