Zwickau - Der Zwickauer Marienplatz kommt nicht zur Ruhe. Erst Müll, Lärm und Angstgefühle auf der neu gestalteten Fläche vor dem wiedereröffneten Schocken-Gebäude, jetzt wieder Gewalt: Die Polizei musste erneut auf den frisch sanierten Innenstadtplatz ausrücken.
Dort knallte es in dieser Woche zwischen zwei Jugendlichen (16 und 18). Eine Polizeisprecherin sagte, beide hätten sich gegenseitig Verletzungen beigebracht. Anwohner hatten sogar von Todesdrohungen berichtet, was die Polizei aber nicht bestätigte.
Einsatzkräfte liefen in dieser Woche mehrmals täglich Streife über den Marienplatz. Was als neuer Treffpunkt vor dem Schocken-Areal gedacht war, wird für viele Zwickauer immer mehr zur Problemzone.
Die Bilanz der vergangenen knapp vier Monate aus dem Rathaus liest sich heftig: 168 Fußstreifen, acht größere Einsätze, teils gemeinsam mit der Polizei. Dabei wurden laut Bürgermeister Sebastian Lasch (49, SPD) mehr als 700 Personen im Zusammenhang mit auffälligem Verhalten festgestellt.
In 30 Fällen ging es um Müll, Alkohol oder Jugendschutz. Verschiedene Jugendgruppen würden den Platz nutzen - darunter migrantische Jugendliche, Personen vor allem aus dem rechten Spektrum und ältere Trinker.
Schon vor Tagen hatte das B&B Hotel am Marienplatz Alarm geschlagen. Gäste hätten sich über Lärm nach 22 Uhr beschwert und sich sogar "von ausländerfeindlichen Parolen eingeschüchtert" gefühlt.
Inzwischen denkt das Rathaus über Videoüberwachung und ein Alkoholverbot nach.