Neue Ergebnisse zeigen: So wahrscheinlich ist ein Atom-Endlager im Landkreis Zwickau

Zwickau - Niemand will ihn haben - doch irgendwo muss er hin: der deutsche Atommüll. Aus diesem Grund soll bis spätestens 2050 ein geeignetes Endlager gefunden werden. Dort soll der hoch radioaktive Müll unter Tonnen von Gestein verschwinden. Auch der Landkreis Zwickau liegt im Visier. Allerdings zeigen neue Ergebnisse, dass die jeweiligen Gebiete eher ungeeignet sind.

Hoch radioaktive Behälter warten auf ein Endlager. Bis 2050 werden diese Fässer in einer Region in Deutschland für immer verbuddelt.
Hoch radioaktive Behälter warten auf ein Endlager. Bis 2050 werden diese Fässer in einer Region in Deutschland für immer verbuddelt.  © Guido Kirchner/dpa

Aktuell befindet sich die Suche nach einem Endlager in der ersten von drei Phasen. Dabei werden Regionen eingegrenzt, die geografisch für ein Atommüll-Lager infrage kommen könnten.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gab dazu 2020 in einem Zwischenbericht 90 Teilgebiete bekannt, die rund 54 Prozent der Fläche Deutschlands umfassen. Mit dabei: einige Gebiete im Landkreis Zwickau.

Jetzt zeigen erste vorläufige Sicherheitsuntersuchungen: Die Regionen im Bereich Kirchberg sowie Callenberg/Limbach-Oberfrohna sind zwar noch weiter im Rennen, wurden aber als eher ungeeignet eingestuft.

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"Damit spricht vieles dafür, dass die im Landkreis Zwickau betrachteten Gebiete nicht mehr in die engere Auswahl für ein Endlager kommen. Ein abschließendes Ergebnis steht allerdings noch aus - alle Bewertungen bleiben vorläufig, bis die BGE Ende 2027 ihren offiziellen Vorschlag für sogenannte Standortregionen vorlegt", teilt der Landkreis mit.

Landrat Carsten Michaelis: "Kein Endlager im Landkreis Zwickau"

Landrat Carsten Michaelis (CDU) spricht sich klar gegen ein Atom-Endlager rund um Zwickau aus.
Landrat Carsten Michaelis (CDU) spricht sich klar gegen ein Atom-Endlager rund um Zwickau aus.  © Uwe Meinhold

CDU-Landrat Carsten Michaelis hat zum Atom-Endlager eine klare Meinung: "Im Landkreis Zwickau darf kein Endlager entstehen. Wir werden auch weiterhin alle Möglichkeiten nutzen, um die Interessen unserer Region zu vertreten und die Sicherheit der hier lebenden Menschen zu schützen."

Große Sorgen muss sich der Landrat um die Regionen im Landkreis Zwickau laut den aktuellen Ergebnissen aber wohl nicht machen. Fakt ist aber: Irgendein Standort muss gefunden werden.

Bis 2050 sollen rund 27.000 Kubikmeter Atom-Müll, der jetzt in verschiedenen Zwischenstationen lagert, endgültig verbuddelt werden. Die radioaktiven Stoffe sollen für eine Million Jahre sicher gelagert werden.

Titelfoto: Bildmontage: Guido Kirchner/dpa, Uwe Meinhold

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