Zwickau - Mit Elektromotoren, die jedes Fahrrad zum E-Bike aufrüsten, wurde die Zwickauer Firma Pendix weltweit erfolgreich. Jetzt bringen die sächsischen Antriebsexperten, die seit 2022 zur Johnson Electric Gruppe gehören, einen neuen E-Motor zum serienmäßigen Einbau auf den Markt.
"Da E-Bikes immer günstiger werden und Nachrüstmotoren langfristig zum Nischenprodukt, war das der nächste logische Schritt. Unser Entwicklungsteam hat dreieinhalb Jahre daran gearbeitet", sagt Produktmanager Thomas Beger (43).
Dabei wechselten die Ingenieure regelmäßig vom Schreibtischstuhl in den Fahrradsattel und prüften die Effekte ihrer Arbeit direkt auf der Teststrecke durchs hügelige Wilkau-Haßlau.
Mit einem besonders angenehmen Fahrgefühl soll der elektrische Fahrradantrieb made in Sachsen Branchenriesen wie Bosch Konkurrenz machen: "Mit der Software von Pendix und ganz viel Testing bekommt der Motor seine Seele. Er startet sanft und bringt im richtigen Moment Leistung", umschreibt Produktionsleiter Erik Borchardt (31) das Konzept.
Durch Modulbauweise ist der Antrieb reparaturfreundlich konzipiert.
Erstes Modell kommt 70 Kilometer weit
Das erste Modell des Mittelmotors "gDrive" hat eine Leistung von 85 Newtonmetern, eine Reichweite von rund 70 Kilometern und ist für den Einsatz bei Treckingrädern und Citybikes vorgesehen.
Der Mutterkonzern investierte nach Unternehmensangaben rund 5,5 Millionen Euro in das neue Produkt.
Seit März wird auf der neu aufgebauten Fertigungslinie in Wilkau-Haßlau produziert, parallel laufen Gespräche mit großen Fahrradherstellern.
Der kleine Produzent Stein-bikes im Chemnitzer Ortsteil Grüna bietet E-Bikes mit dem neuen Pendix-Antrieb bereits in zwei Varianten für rund 3000 Euro an.