Lichtentanne - Ein stillgelegtes Windrad in Lichtentanne (Landkreis Zwickau) sorgt für Diskussionen: Seit Jahren produziert die Windkraftanlage keinen Strom mehr, steht still in der Landschaft. Einige Anwohner stören sich wohl daran, doch ein Blick in das kleine Örtchen zeigt: Das wahre Problem liegt viel tiefer.
Seit etwa 30 Jahren steht die Anlage in einem Wäldchen nahe der Stenner Straße im Ortsteil Schönfels. TAG24 fand heraus: Seit mehreren Jahren ist es defekt. Mehrere Anwohner bestätigen das. "Die Rotorblätter haben sich schon ewig nicht mehr gedreht", erzählt ein Mann aus Schönfels.
Die AfD-Fraktion griff das Thema in einer Kleinen Anfrage im Landtag auf. Anwohner würden sich an der defekten Anlage stören - weshalb wird sie also nicht abgerissen?
"Die Windenergieanlage steht eingezäunt auf privatem Grund und stellt als bauliche Anlage aktuell keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar", antwortete Sachsens Infrastruktur-Ministerin Regina Kraushaar (61, CDU).
Für den Rückbau sei der Betreiber zuständig. Er trage auch die Kosten dafür. Die Bauaufsichtsbehörde oder das Bauamt seien bislang nicht eingeschritten, heißt es. Denn: Auch ein langer Stillstand der Anlage rechtfertigt noch kein Eingreifen der Behörden.
Bürgerinitiative kämpft gegen riesigen Windpark
Auch Chris Stegert (39) von der Bürgerinitiative "Gegenwind Zwickauer Land" fragt sich, was nun mit der stillgelegten Anlage passiert. "Es ist eines der ersten Windräder in Sachsen, gebaut in den 90er-Jahren. Mittlerweile ist der Betreiber insolvent, erste Rostspuren zeigen sich und die Rotorblätter stehen seit einiger Zeit still."
Doch das relativ kleine Windrad sei nicht der eigentliche Aufreger. Vielmehr sorgt ein geplanter Windpark mit riesigen Anlagen für Unmut. Die Bürgerinitiative will die Pläne stoppen - indirekt hängt das aber auch mit dem defekten Windrad zusammen.
"Viele Einwohner fragen sich: Wenn so ein kleines Windrad nach seiner Stilllegung nicht wegkommt, wie soll es dann bei der großen geplanten Anlage gehandhabt werden?", sagt Stegert.
Der 39-Jährige kämpft zusammen mit Bürgern gegen den geplanten Windpark. Stegert kritisiert Waldrodungen, Lärm und Folgen für die Tierwelt.
Ob der Windpark tatsächlich entsteht, ist allerdings noch unklar. Derzeit wurde der Bauantrag noch nicht vollständig eingereicht, erzählt Stegert. "Wir werden mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Anlage kämpfen", versichert er.