Traktor riss Loch ins Haus! Sachse kann seit Monaten nicht in seine Wohnung
Gersdorf - Nachdem ein Traktor ein Loch in eine Hauswand in Gersdorf (Landkreis Zwickau) gerissen hatte, kämpft Bewohner Steffen Götze (67) mit den Mühlen der Bürokratie. Denn auch nach über drei Monaten ist seine Wohnung noch immer nicht bewohnbar.
Als der 18-jährige Fahrer des Traktors am 27. April wegen überhöhter Geschwindigkeit auf der Erlbacher Straße abkam und ein Loch in die Fassade des Mehrfamilienhauses riss, lag Steffen im Krankenhaus. "Als ich die WhatsApp-Nachricht gelesen habe, bin ich vom Glauben abgefallen", erzählt der Rentner.
Seit über drei Monaten hat der frühere Fernfahrer kein Strom und Gas - im Zuge des Feuerwehreinsatzes wurde beides abgeschaltet. Danach ging nichts voran.
Steffen wohnt seit dem Unfall in einer Ferienwohnung. Die Kosten für den Aufenthalt werden glücklicherweise von der Versicherung der Firma des Unfallfahrers übernommen.
Sein Vermieter hat Steffen die Vollmacht übergeben, mit der Versicherung zu verhandeln. Allerdings dauert die Kommunikation seit vielen Wochen zwischen der Behörde und Steffens Anwalt an. "Es ist reiner Bürokratismus, was hier abläuft", ärgert Steffen sich über die Langsamkeit der Behörden.
Überdies: Die Baufirma, die das Loch in Steffens Gästezimmer reparieren soll, könne erst tätig werden, wenn sie grünes Licht von der Versicherung bekommt. Die Versicherung verweist nach einer TAG24-Anfrage auf den Datenschutz, lässt aber verlauten: "Der Sachverhalt ist in Bearbeitung."
Das Hin und Her der Behörden nagt an Steffens Nerven und seiner Gesundheit. Nun hofft er, dass er im Herbst in seiner Wohnung wieder das Licht einschalten und die Heizung aufdrehen kann.
Titelfoto: Ralph Kunz
