Unfassbar! Fahrgast fotografiert Leiche nach tödlichem Bahnunfall in Sachsen

Zwickau - Tragischer Zwischenfall am Wochenende in Zwickau: An einem Haltepunkt wurde ein Mann von einem Zug überrollt und tödlich verletzt. Die Strecke war stundenlang gesperrt - doch nicht nur wegen des Unfalls. Zwei Fahrgäste (20, 22) öffneten per Notentriegelung die Tür des Unfallzuges und liefen auf den Gleisen herum. Unfassbar: Einer der beiden fotografierte anschließend die Leiche des vom Zug erfassten Mannes.

Tödlicher Bahnunfall in Sachsen: Am Wochenende erfasste ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) in Zwickau einen Mann. (Archivfoto)
Tödlicher Bahnunfall in Sachsen: Am Wochenende erfasste ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) in Zwickau einen Mann. (Archivfoto)  © Klaus Jedlicka

Laut Polizei geschah der tragische Zwischenfall am Samstag kurz vor 20 Uhr. Am Haltepunkt "Zwickau-Pölbitz" wurde ein Mann von einem Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) erfasst.

"Wir gehen nach aktuellem Erkenntnisstand von einem Suizid aus", sagt Bundespolizeisprecher Eckhard Fiedler.

Der Unfallzug wurde umgehend angehalten, die Fahrgäste saßen mehrere Stunden fest. Zwei Passagiere öffneten nach etwa zweieinhalb Stunden die Notentriegelung der Tür, verließen den Zug und gingen über die Gleise.

Dann geschah das, was an Pietätlosigkeit nicht zu übertreffen ist! Der 22-Jährige zückte laut Polizeiangaben sein Smartphone und schoss ein Foto von der Leiche des Mannes, der vom Zug überrollt wurde.

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Aus diesem Grund ermitteln die Beamten nun gegen den 22-jährigen Deutschen. Zudem wurde sein Handy beschlagnahmt - auch, um eine Verbreitung des Fotos zu verhindern. Außerdem ermittelt die Polizei gegen beide Männer wegen der "Beeinträchtigung von Nothilfemitteln".

Mit seinem Smartphone schoss der 22-Jährigen ein Foto von der Leiche des getöteten Mannes. (Symbolfoto)
Mit seinem Smartphone schoss der 22-Jährigen ein Foto von der Leiche des getöteten Mannes. (Symbolfoto)  © 123RF/file404

Strecke durch Aussteig-Aktion deutlich länger gesperrt

Weil das Duo unberechtigt aus dem Zug gestiegen war, dauerte die Sperrung der Strecke deutlich länger.

Die Folge: zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. Betroffen waren die MRB-Linien RE 3 (Hof - Zwickau Chemnitz - Dresden) und RE 30 (Zwickau - Chemnitz - Dresden).

Normalerweise berichtet TAG24 nicht über mögliche Suizide oder Selbstverletzungen. Da der Vorfall aber zu einer Bahnsperrung geführt hat und viele Reisende betroffen waren, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Bildmontage: Klaus Jedlicka, 123rf/file404

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