Dresden - Alles nur Kopfsache! Der GFL Bowl um die deutsche Meisterschaft im American Football am heutigen Samstag (18 Uhr) spielt sich nicht nur in den Beinen und Armen ab. Der Kopf ist nicht weniger wichtig. Bei den Dresden Monarchs kommt da mitunter richtig Farbe ins Spiel - wenn auch deutlich weniger als im Rudolf-Harbig-Stadion.
Die vergangenen Tage wurde jede Menge davon verarbeitet. In der Endspiel-Stätte sogar um die 800 Liter. In circa 22 bis 23 Arbeitsstunden wurde der Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions von einer Hamburger Firma in ein schmuckes Football-Feld verwandelt.
Aber auch im Friseursalon Cutaholic in der Dresdner Neustadt wurde in den vergangenen Tagen die ein oder andere Mischung mehr angerührt. Friseurin Gabi Steinbach hatte dank der Monarchs alle Hände voll zu tun.
Natürlich hat sich Star-Receiver Montigo Moss wieder auf ihren Stuhl gesetzt. Der 24-jährige US-Amerikaner präsentiert jede Woche eine neue Haarpracht.
"Es ist einfach eine Art, mich auszudrücken, eine Art von Kunst. Es macht Spaß, die Fans lieben es, ich liebe es, meine Teamkollegen lieben es. Also, warum nicht?", erklärt Moss, der sich natürlich auch fürs Finale etwas Besonderes hat einfallen lassen.
Bei den Monarchs ist Moss nicht der Einzige, der sich jede Woche neu erfindet
"Normalerweise holt meine kleine Schwester ein paar Ideen heraus. Sie findet etwas, was sie mag. Wenn nicht, lasse ich Gabi etwas finden. Denn sie ist ein kreativer Mensch, und sie hat coole Ideen, an die ich nie gedacht hätte."
Die Final-Haarpracht bleibt erst mal ein gut gehütetes Geheimnis - ähnlich wie bei Florian Finke. Der Kicker präsentiert ebenfalls Woche für Woche eine neue ausgefallene Frisur. Letztes Jahr im Finale war es ein Monarchs-Goldhelm unter dem Goldhelm.
"Ich liebe ihn, sage ihm aber jede Woche, dass er es wenigstens probiert. Aber meine Haare sind besser", scherzt Moss.
"Montigo ist der, der die Jungs dieses Jahr dazu animiert und mitzieht. Ich mache das schon jahrelang, aber auf diesen Trip hat sich noch niemand gewagt. Ein bisschen ist das auch Ausdruck der Gemeinschaft, die wir schon das gesamte Jahr sind", meint Finke.
So einige bei den Monarchs bekennen Farbe
Eine Gemeinschaft sind sie definitiv, und das zeigen sie auch mit ihren Frisuren. Michael Breuler beispielsweise mag es blond, wählte beim Halbfinale aber den Papagei.
"Als ich nach Dresden kam, hatte mein kleiner Bruder Casey sich die Haare blond gefärbt, also habe ich das auch gemacht. Später kamen andere Farben dazu. Er war definitiv meine Motivation, aber Tigo war das i-Tüpfelchen für die Inspiration", meint der Receiver.
Davon und von Laurence Spreer ließ sich auch Tristan Maerz wieder anstecken. Eigentlich wollte der Tight End dieses Jahr gar nichts machen, "weil ich das letztes Jahr schon gemacht hatte. Aber dann kam Laurence mit der Idee", weil dem 21-Jährigen nach eigener Aussage keine Bärte stehen.
"Und das ist Tradition in den Play-offs bei Linebackern und D-Linern", meint Spreer: "Ich wollte auch nicht nichts machen, sondern einfach die Play-offs und das Finale gebührend feiern und genießen."
Bei allen vier Spielern - wie auch bei ein paar weiteren - ist die Finalpracht noch ein Geheimnis. Sicher ist jedenfalls, dass der Kopf im Mega-Duell gegen die Potsdam Royals eine entscheidende Rolle spielen wird.