Lombardi-Statement sichert den Monarchs die Play-offs
Dresden - Die einen zerbrechen unter Druck oder laufen davor weg, bevor es überhaupt so weit kommt. Bei anderen kitzelt es die absolute Höchstform heraus, wenn es um alles geht.
Denn während die Monarchs mit Rocky Lombardi (28) und Casey Thompson (27) gleich zwei Top-Kategorie-Quarterbacks haben, stehen die Rivalen aus Potsdam plötzlich ohne Spielmacher da. Denn Xeavier Bullock (26) wechselt mit sofortiger Wirkung in die japanische X-League zu Kobe.
Zu welcher Kategorie Lombardi gehört, bewies er am Samstag beim 30:20-Sieg gegen die Düsseldorf Panther eindrucksvoll, der für die Monarchs auch den sicheren Play-off-Einzug bedeutete. Und das, obwohl der Tiefpunkt inklusive Schockmoment unmittelbar vor seinem entscheidenden Spielzug passierte.
Aber der Reihe nach. Denn die Schrecksekunde, die Lombardi nicht nur seinem Coach, sondern auch allen 3756 Fans im "Heinzfield" bescherte, leitete der Ballverteiler mit einer Ungenauigkeit selbst ein.
"Du willst unter keinen Umständen eine Interception werfen", beschrieb der Quarterback die Situation in der 26. Minute: "Manchmal passiert es trotzdem. Und dann war einfach keiner außer mir da, um das Tackle zu setzen. Da dachte ich mir: Irgendwie muss ich da jetzt durch."
Der US-Amerikaner hielt selbst seine Schulter rein. Zum Glück ging es für den 28-Jährigen weiter. Oder wie Lombardi selbst klarstellte: "We live to fight another day" - "Wir leben und kämpfen an jedem Tag weiter."
Interception macht Rocky Lombardi lockerer
Warten musste der 28-Jährige aber keine Tage, sondern nur wenige Minuten, um seine Kernkompetenzen zu beweisen: 17:20-Rückstand, Vierter & sechs an der gegnerischen 36-Yard-Linie. Doch von Druck aufgrund des vorherigen Spielzugs oder den ihn im Nacken sitzenden Thompson keine Spur bei Dresdens Ballverteiler.
"Um ehrlich zu sein: Manchmal macht dich eine Interception sogar ein bisschen lockerer. Klar, du willst den Ball beschützen, clever mit ihm agieren. Aber egal: Wenn du eine Interception geworfen hast, was ist das Schlimmste, was passieren kann? Noch mal eine werfen."
Genau diese Mentalität und den Glauben an sich selbst zeigte er in Minute 33. Tigo Moss (24) machte den Lauf, Lombardi fand seinen Receiver, der nach dem Catch zu seinem zweiten Touchdown lief - und die Monarchs so auf die Siegerstraße brachte. Mit einem Lombardi, der zwei Tage nach seinem 28. Geburtstag nicht nur Nehmer-, sondern auch absolute Anführer-Qualitäten bewies.
Genau das wird's von beiden auf dem Weg zum Titel auch brauchen.
Titelfoto: Jörg Meißner

