"Roughing the passer"-Regel: Aaron Rodgers erklärt, warum die besten NFL-Schiedsrichter weggehen

Pennsylvania - Dass man - ganz gleich, ob als Spieler, Trainer oder Experte auf dem heimischen Sofa - nicht immer mit den Entscheidungen von Schiedsrichtern einverstanden ist, ist bekannt. Das gilt auch für die NFL.

Innerhalb von nur vier Tagen erlitt der Quarterback der Miami Dolphins, Tua Tagovailoa (24), jeweils nach einem Tackle eine schwere Gehirnerschütterung. Der Fall schlug hohe Wellen.
Innerhalb von nur vier Tagen erlitt der Quarterback der Miami Dolphins, Tua Tagovailoa (24), jeweils nach einem Tackle eine schwere Gehirnerschütterung. Der Fall schlug hohe Wellen.  © Jeff Dean/AP/dpa

Selten beherrschte aber ein Thema die Debatten derart, wie in dieser Saison der Umgang mit der "Roughing the passer"-Regel.

Was genau aber ist diese NFL-Regel konkret? Kurz zusammengefasst lässt sie sich in fünf Szenarien aufteilen:

  • Ein Defense-Spieler attackiert weiter den Quarterback, obwohl dieser den Ball schon geworfen hat.
  • Ein Defense-Spieler geht unnötig hart gegen den Quarterback vor, beispielsweise durch "in den Boden rammen", oder Ähnliches.
  • Ein Defense-Spieler attackiert mit Helm, Gesichtsgitter, Armen, usw. den Kopf oder Nacken des Quarterbacks.
  • Ein Defense-Spieler übt einen Schlag gegen den Arm des Quarterbacks während oder unmittelbar nach dem Pass aus.
  • Ein Defense-Spieler attackiert den Quarterback unterhalb der Knie.
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Das ist eine grobe Kurzfassung, natürlich werden die Regeln deutlich umfangreicher aufgestellt. Aber dennoch bleibt viel Spielraum bei "Roughing the passer" den Schiedsrichtern zur Auslegung überlassen. Und vor allem in der Saison 2022/23 finden die Referees hier keine klare Line.

Seit der (doppelten) schweren Kopfverletzung von Tua Tagovailoa (24) Ende September scheinen die Unparteiischen jegliches Fingerspitzengefühl verloren zu haben. Und das nervt offenbar sogar die Quarterback selbst. Beispielsweise Green Bays Aaron Rodgers (39).

Komplettes Interview mit Quarterback Aaron Rodgers

Rodgers provokant: "Die sind jetzt alle beim Fernsehen. Und warum?"

Auch der Quarterback der Green Bay Packers, Aaron Rodgers (39), musste in dieser Saison mehrmals unfreiwilligen Kontakt mit dem Gegner hinnehmen.
Auch der Quarterback der Green Bay Packers, Aaron Rodgers (39), musste in dieser Saison mehrmals unfreiwilligen Kontakt mit dem Gegner hinnehmen.  © Stacy Revere / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Auf dem YouTube-Kanal des ehemaligen Indianapolis-Colts-Punters Patrick "Pat" McAfee kritisiert er das teilweise übertriebene Vorgehen, wenn ein Defense-Spieler den Quarterback zu Boden bringt.

"Ich glaube, ich hatte dieses Jahr einen 'Roughing the passer'-Call - und das war ein sanfter (Angriff)", so Rodgers, der in dem Format zugeschaltet war. "Ich hab nur den Kopf geschüttelt und gedacht: 'Diesen Call wollte ich eigentlich nicht haben'."

Stattdessen würden härtere, seiner Meinung nach absichtliche Schläge zum Gesicht - er sprach hierbei von früheren Seasons - nicht bestraft werden.

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Rodgers ist der Meinung, dass es viele Beispiele dafür geben würde, dass viel zu pingelig gepfiffen wurde in dieser Spielzeit.

Und einen konkreten Grund nannte er auch: Die NFL hätte nicht mehr die besten Schiedsrichter.

Rodgers zählt ein paar Namen von ehemaligen NFL-Schiedsrichtern auf, die ihm als besonders fähig in ihrem Job erschienen - alle arbeiten inzwischen bei TV-Sendern.

Mit der Begründung, warum das so sei, holt der Star-Quarterback der Green Bay Packers indirekt gegen die NFL aus: "Die sind jetzt alle beim Fernsehen. Und warum?" Nach einer kurzen Pause liefert er die ernüchternde Antwort: "Weil die mehr bezahlen."

Titelfoto: Stacy Revere / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

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