Patriots-Wunder oder Seahawks-Dominanz: Wer gewinnt den Super Bowl?

Santa Clara - NFL-Fans haben über Wochen und Monate mitgefiebert, angefeuert, geflucht und gefeiert. Nun ist er da, der "Super Sunday". Doch wer gewinnt die Begegnung zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks?

Zuletzt trafen die beiden Teams im September 2024 aufeinander. Damals gewannen die Seahawks in der Overtime mit 23:20.  © Adam Glanzman / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Aus deutscher Sicht ist es nach elf Jahren das Rematch der Publikums-Lieblinge. Denn beide Teams waren in ihrer Prime, als der Sport gerade anfing, einen Hype hierzulande zu entwickeln.

Der "International Fan of the Year" der Patriots kam zuletzt sogar aus Berlin und beim ersten regulären NFL-Spiel in Deutschland durften die Seahawks damals nicht fehlen.

Und nun? In völlig neuer Konstellation stehen sich diese beiden Teams im Super Bowl in der Nacht auf Montag (ab 0.30 Uhr deutscher Zeit) gegenüber. Völlig überraschend.

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Niemand, der auch nur halbwegs als Experte oder Beobachter ernst genommen werden will, hätte darauf getippt. Beide Teams waren zuletzt irgendwie im Umbruch vom Umbruch und haben es am Ende – jeder auf andere Art – zum großen Showdown nach Santa Clara geschafft.

Im Stadion der San Francisco 49ers soll es nun zum letzten Tanz der aktuellen Saison kommen. Doch wer gewinnt? Ich sage es frei raus: Es wird Seattle sein. Und das ist ganz einfach zu begründen.

Die Seahawks mussten nur einen wirklichen Gegner in den Play-offs besiegen und sind daher ausgeruht.

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Die Zahlen sprechen gegen die Patriots – zumindest zum Teil

Das Trauma von Glendale: 20 Sekunden vor Ende verpassten 2015 die laufdominanten Seahawks den Super-Bowl-Sieg, als ein Ein-Yard-Pass in Richtung Endzone durch Patriots-Defender Malcolm Butler (l.) abgefangen wurde.  © Harry How / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

In der ersten Runde hatten sie spielfrei, in der zweiten Runde war die kaputt gekämpfte Ersatzbank-Truppe der 49ers nur noch Sparringspartner.

Sie mussten also "nur" gegen die Rams abliefern – was sie mit 27:31 auch taten. Hinzu kommt, dass New England mit mehr Glück als Können überhaupt ins Finale kam.

Es war eine hauchdünne und zu diesem Zeitpunkt viel diskutierte Situation, die ihnen kurz vor der Endzone den Ball ermöglichte. Ansonsten waren sie gegen Denver zu ungefährlich. Und die Ausrede, "Aber der Schneesturm ...", greift schlichtweg nicht. Denn dieser brach erst gegen Ende richtig über das Stadion herein.

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Wenn man gegen die Broncos schon so ungefährlich war, wie soll man gegen diese Top-Defense der Vögel etwas ausrichten? Genau. Mit einem mobilen Quarterback. Das ist die Schwachstelle. Und damit versuchen, früh zu punkten, die Seahawks zu riskanteren Moves zu zwingen und selbst in enge Passfenster zu werfen.

All or nothing – eine andere Option haben die Patriots nicht. Und als weiterer Hoffnungsschimmer für Patriots-Fans: Vor elf Jahren besiegten sie die Seahawks mit der unerwarteten und legendären Goalline-Interception im Stadion der Arizona Cardinals – einem Divisionsrivalen von Seattle.

Wo spielen sie dieses Mal? Im Stadion der 49ers – einem Divisionsrivalen von Seattle. Die Chancen für New England sind also gering – aber keinesfalls bei null. Ob sie die PS aber auch entsprechend auf die Straße bekommen, bleibt abzuwarten.

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