Der Super Bowl, den keiner haben wollte: Das sind die Finalisten des Mega-Endspiels

USA - "Ihr konntet nicht mit eurem Versagen leben. Und wohin hat euch das gebracht? Wieder zu mir!": Zwar stammen diese Worte von Marvel-Bösewicht Thanos ("Avengers: Endgame"), doch passen sie auch zum Super Bowl LX – dessen Kansas-City-freie Paarung in der Nacht auf Sonntag entschieden wurde.

In einem offenen Schlagabtausch gewannen die Seattle Seahawks – hier: Kenneth Walker III mit dem ersten Touchdown der Partie – mit 31:27 gegen die Los Angeles Rams.
In einem offenen Schlagabtausch gewannen die Seattle Seahawks – hier: Kenneth Walker III mit dem ersten Touchdown der Partie – mit 31:27 gegen die Los Angeles Rams.  © RONALD MARTINEZ / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Exakt diese Paarung ist es, die jetzt die NFL-Fans spaltet. Natürlich freuen sich die Anhänger der New England Patriots und der Seattle Seahawks. Völlig zu Recht übrigens.

Die beiden Teams hatte niemand ernsthaft zu Beginn der Saison als Endspiel-Begegnung auf dem Schirm, als alle noch hofften: Hoffentlich werden nicht wieder die Chiefs zum Erfolg supportet.

Auf der einen Seite jetzt die Patriots, die dank eines Tom Brady (48) zum absoluten Liga-Krösus wurden.

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Nicht zuletzt durch so viele einseitige Unterstützungen der vermeintlich Unparteiischen, dass selbst diverse NFL-Sendungen schon Running Gags machten. Von Social Media fangen wir besser erst gar nicht an. Déjà-vu incoming.

Andererseits die Seahawks, die sich nach jahrzehntelanger Irrelevanz zwei Jahre in Folge zum Super-Bowl-Teilnehmer nach oben kämpften. Gerade in dem Zeitraum, als die NFL-Welle Deutschland erreichte. Was natürlich aus Tausenden ranNFL-Zuschauern sofort Seattle-Anhänger machte.

Vor elf Jahren standen sich diese beiden Hass-Liebe-Teams sogar im Endspiel gegenüber. Damals mit dem besseren Ende für Team Brady. Dank einer bis heute heftig diskutierten Entscheidung des Seahawks-Trainers Pete Carroll ein Yard vor der Endzone.

Neuauflage von Super Bowl XLIX: Gleicher Name, andere Teams

In einem (abgesehen vom Wetter) unspektakulären 10:7-Sieg über die Denver Broncos lösten die Patriots am Sonntag das erste Super-Bowl-Ticket.
In einem (abgesehen vom Wetter) unspektakulären 10:7-Sieg über die Denver Broncos lösten die Patriots am Sonntag das erste Super-Bowl-Ticket.  © MATTHEW STOCKMAN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Doch in den Play-offs zur Saison 2025 sind alle Karten völlig neu gemischt.

Die Seahawks waren seither keine Finalisten mehr, und die Patriots mussten nach dem Weggang von Brady feststellen, wie es ohne rettende Flaggen bei 3rd & long aussieht. Grüße an die Chiefs.

Wer bei der Überschrift also dachte: "Ja, absolut!", dem sei gesagt: chill.

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Hier stehen in der Nacht auf den 9. Februar zwei völlig andere Teams auf dem Feld. Und genau das macht diesen 60. Bowl so super. Okay, abgesehen davon, dass ich beide Halbfinal-Spiele genau andersherum vorhergesagt hatte.

In einem bis zuletzt engen Spiel setzten sich die Seahawks in einem offenen Schlagabtausch gegen die Rams-Rivalen durch. Zuvor gewannen die Patriots gegen die Denver Broncos – in einem teils heftigen Schneesturm-Spiel.

Der Blizzard bremste beide Teams extrem ab, und das Spiel war dank Wind, steinhartem Ball und rutschigen Händen alles andere als ein Leckerbissen. Als ob Grönland fragen würde: Seid ihr sicher, dass ihr das wollt?

Titelfoto: Montage: MATTHEW STOCKMAN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP + RONALD MARTINEZ / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

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