USA - American Football in der NFL ist in einem ständigen Wandel. Jedes Jahr werden Regeln geändert, angepasst, abgewandelt. Dieses Jahr hat man beim jährlichen Treffen in Phoenix (Arizona) vor allem die Schiedsrichter im Blick.
Die Referees sind - anders, als viele vielleicht vermuten - keine Vollprofis. Sie machen das im Grunde für eine etwas bessere Aufwandsentschädigung, müssen aber die Wut und den Hass aushalten, wenn etwas schiefläuft.
Die, die als besonders gut herausstechen, erhalten oft einen Vertrag bei einem größeren Medium und sind raus aus dem Game. Nun versucht die Liga, die Schiri-Schwächen mit neuen Regeln auszubügeln. Vor allem der Video-Raum der Refs erhält hier eine neue Machtstruktur.
So hat die NFL eine befristete Notfall-Regel geschaffen - für den Fall eines Schiedsrichter-Arbeitskampfs.
Ein solcher ist nicht angekündigt, die Tarifverhandlungen zwischen Liga und Vereinigung sind jedoch festgefahren. Offenbar sieht man eine konkrete Gefahr eines Schiri-Streiks.
Wenn jetzt also Ersatz-Schiedsrichter auf dem Feld stehen, darf das Kommandozentrum - für ein Jahr - deutlich aktiver eingreifen als sonst. Allerdings nur bei klaren und offensichtlichen Video-Belegen und nur in genau festgelegten Fällen.
Grobe Fouls kann jetzt auch der Video-Schiri bestrafen
Beispielsweise, wenn ein klares "Roughing the passer" oder "Intentional grounding" übersehen wird. Aber auch, wenn ein heftiges Foul, das zur Disqualifikation eines Spielers führen könnte, nicht gleich erkannt wurde.
Und in diesem Kontext gibt es eine weitere Regeländerung. Wenn es auf dem Feld eine heftige Aktion gibt, dürfen sich Off-Field Officials nun aktiv einschalten und im Extremfall sogar sagen: Dieser Spieler muss disqualifiziert werden.
Im vergangenen Jahr gab es vereinzelt Szenen, die vielleicht eine solche Überlegung vorantrieben.
Beispielsweise in Woche 12: Die Carolina Panthers verloren bei den San Francisco 49ers mit 9:20. Nach dem Spiel ging Niners-Receiver Jauan Jennings auf Panther-Safety Tre'von Moehrig los.
Tumult, harte Worte, Geschubse, Strafen. Später jedoch zeigten Bilder aus dem Spiel: Moehrig hatte zuvor - von der Mehrheit unbemerkt - seine Faust schwungvoll in die Weichteile von Jennings gerammt. Vielleicht hatte man das im Videoraum gesehen - aber eben keine Handhabe, sich einzuschalten. So musste alles im Nachhinein geregelt werden.
Das soll jetzt anders sein. Es gab auch kleinere und mittelwichtige Änderungen. Das kickende Team darf nun beispielsweise jederzeit im Spiel einen Onside Kick ansagen - also auch, wenn es in Führung liegt.