Schikane und gesangliche Demütigung? Schiedsrichterin verklagt NFL!
New York (USA) - Ärger für die NFL! Robin DeLorenzo gehörte zu den allerersten Frauen, die als Schiedsrichterinnen in der US-amerikanischen Football-Eliteliga eingesetzt wurden. Jetzt erhebt die 58-Jährige allerdings schwerwiegende Vorwürfe gegen ihren früheren Arbeitgeber.
Die ehemalige Referee-Dame hat Klage beim US-Bundesgericht in Manhattan eingereicht und fordert von der NFL ihre Wiedereinstellung sowie Schadenersatz in noch nicht näher bezifferter Höhe, wie ESPN berichtet.
In der Klageschrift bezichtigt die Unparteiische die Liga der "geschlechtsspezifischen Schikane, Demütigung und Feindseligkeit" während ihrer Tätigkeit von 2022 bis zu ihrer Entlassung im Februar 2025.
Beispielhaft nennen ihre Anwälte dabei einige Vorfälle. So sei DeLorenzo mehrfach auf ihre langen Haare angesprochen worden. Angeblich sollte sie ihren Pferdeschwanz aus der Kappe ihrer Uniform hängen lassen, um allen zu zeigen, dass sich eine Frau auf dem Spielfeld befindet.
In einem Trainingscamp der Pittsburgh Steelers habe ein NFL-Mitarbeiter den damaligen Coach Mike Tomlin (54) zudem aufgefordert, sie ein Lied singen zu lassen, wie es sonst nur bei Rookie-Spielern üblich ist.
Daraufhin habe sie vor allen Profis, Kollegen sowie ihrem Chef einen "absolut demütigenden Gesangsauftritt" abliefern müssen.
Robin DeLorenzo sieht sich um Karriere gebracht, NFL weist Vorwürfe zurück
In den folgenden Wochen sei es zu weiteren Belästigungen und diskriminierenden Kommentaren ihr gegenüber gekommen. Darüber hinaus wurde sie laut der Klage zu einem Trainingsprogramm geschickt, das demnach eigentlich für College-Schiris vorgesehen ist, und zu dem keiner ihrer männlichen Kollegen jemals verpflichtet worden war.
All diese Maßnahmen und Vorfälle seien männliche Machtspielchen gewesen, die ihre NFL-Karriere letztlich behindert hätten.
"Sie hat sich über zwei Jahrzehnte als Schiedsrichterin hochgearbeitet – dabei Barrieren durchbrochen, Geschichte geschrieben und auf jeder Ebene die Erwartungen übertroffen –, nur um in dem Moment, als sie in eine Liga wechselte, die vorgibt, sich für die Chancen von Frauen einzusetzen, auf Feindseligkeit, Vergeltungsmaßnahmen und systemische Ungleichheit zu stoßen", so ihre Anwälte.
NFL-Sprecher Brian McCarthy widersprach dieser Darstellung in einem Statement der Liga bereits. Vielmehr sei ihre Kündigung nach drei Saisons das Ergebnis "dokumentierter Leistungsschwächen" gewesen. Die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage und man wolle sich vor Gericht vehement dagegen verteidigen.
Titelfoto: Christian Petersen / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

