Der tiefe Fall von Niners-Talent Jason George: Doping-Sperre statt Play-off-Spiele und Nationalmannschaft

Chemnitz - Er hatte eine große Karriere vor sich, jetzt steht er vor dem Nichts! Jason George (21), im Dezember auf Leihbasis vom FC Bayern München zu den Niners Chemnitz gewechselt, droht nach positivem Doping-Befund eine mehrjährige Sperre.

Jason George (21) droht nach seinem positiven Doping-Befund eine Sperre von bis zu vier Jahren.
Jason George (21) droht nach seinem positiven Doping-Befund eine Sperre von bis zu vier Jahren.  © IMAGO/Peter Kolb

Im Februar feierte der 21-Jährige sein Debüt in der Nationalmannschaft. Bei den Niners zeigte die Formkurve nach oben.

Das letzte Mal stand George am 24. April auf dem Parkett. Beim 81:68-Sieg in Göttingen jagte er drei Dreier durch die Reuse. Sechs Tage zuvor beim 102:86 in Bayreuth glänzte er mit einer perfekten Wurfquote aus dem Nahwurfbereich.

Lag es an den verbotenen Stimulanzien, die die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) bei einer routinemäßigen Trainingskontrolle fand? Die letzten drei Hauptrundenspiele der Niners hat George verpasst. Er wurde vom Verein Ende April suspendiert.

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Der Anfangsverdacht gegen George hat sich bestätigt. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz.

Die NADA wird nach Abschluss ihres Ergebnismanagementverfahrens einen Sanktionsbescheid ausstellen. Je nach Schwere und Umständen des Dopingverstoßes kann bereits bei einem Erstverstoß eine Vier-Jahres-Sperre verhängt werden.

George hat sich bei den Niners entschuldigt

Die bei George nachgewiesenen S6-Stimulanzien, darunter fallen Amphetamine, Ephedrin, Kokain und Methylphenidat, können die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit kurzfristig verbessern. Sie stehen auf der NADA-Verbotsliste unter "Innerhalb des Wettkampfs verbotene Substanzen und Methoden".

George hat sich jetzt bei den Niners entschuldigt. "Wir haben einen Brief bekommen, wo er sich entschuldigt und um Verzeihung bittet für den großen Fehler, den er machte", sagte Manager Steffen Herhold der "Bild".

"Es war ein persönlicher Fehler, der immense Auswirkungen nicht nur auf ihn hat, sondern auch einen großen Schaden für den Verein anrichtet", sagte Herhold: "Er hat das Team geschwächt und uns einen Bärendienst erwiesen."

Mit 17 Jahren war George zum FC Bayern München gewechselt, wo er noch bis 2026 unter Vertrag steht. Für das Star-Ensemble von der Isar bestritt er 94 Pflichtspiele in der BBL, im Pokal und in der Euroleague.

Für die Niners, die in der kommenden Woche in die Play-off-Spiele gegen Spitzenreiter Telekom Baskets Bonn starten, kam er in der Bundesliga 24-mal zum Einsatz.

Titelfoto: IMAGO/Peter Kolb

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