"Mach’s gut Kevin!" Niners Chemnitz verabschieden ihren Top-Scorer
Chemnitz - "Mach’s gut Kevin!" Mit diesem Gruß schicken die Niners Chemnitz ihren Top-Scorer Kevin Yebo (30) nun auch offiziell in die Türkei. Nach 174 Pflichtspielen für die Sachsen zieht der Center weiter und schließt sich dem aufstrebenden türkischen Club Esenler Erokspor Istanbul an.
Die Türken hatten den Transfer bereits in dieser Woche publik gemacht. Yebo wird bei seinem neuen Verein künftig an der Seite seines bisherigen Chemnitzer Teamkameraden Amadou Sow (27) und vieler weiterer Stars spielen, mit denen das finanzstarke Erokspor die Playoffs in der heimischen Süper Lig und wohl auch den Titelgewinn im FIBA Europe Cup anstrebt.
Diesen Pokal gewann Yebo sensationell vor zwei Jahren mit der Mannschaft von Trainer Rodrigo Pastore (53), was für den 30-Jährigen persönlich der größte Erfolg seiner Karriere war und zugleich der bisherige Höhepunkt der langen Niners-Historie.
Über die vergangenen vier Jahre hinweg, nur von einem kurzen Abstecher nach München unterbrochen, gehörte Yebo zu den prägenden Spielern der "Orange Army". Er trug maßgeblich zu vielen Siegen bei.
Nachdem Chemnitz letzte Saison die Play-offs in der BBL verpasste, wechselte Yebo bereits auf Leihbasis für einige Wochen zum spanischen Topteam La Laguna Teneriffa. Nun setzt er seine Laufbahn am Bosporus fort.
Kevin Yebo strafte Kritiker Lügen
Als die Chemnitzer den Deutsch-Ivorer 2022 erstmals verpflichteten, ahnte kaum jemand, welch steile Entwicklung der vielseitige Innenspieler nehmen würde. Seinerzeit trauten Yebo nach einer eher unglücklichen Saison in Hamburg und dem anschließenden Wechsel zu Zweitligist Bremerhaven nur wenige Beobachter eine BBL-Karriere zu.
Doch der 2,07-Meter-Hüne strafte seine Kritiker Lügen und entwickelte sich unter den Händen von Headcoach Pastore zu einem der besten deutschen Bundesligaspieler, gekrönt vom Chemnitzer Europapokalsieg 2024. Anschließend nahm Yebo ein verlockendes Angebot aus München an, wurde beim großen FC Bayern aber nie wirklich glücklich und kehrte im März 2025 nach Chemnitz zurück.
Die zweite Zusammenarbeit verlief für den Center und die Niners mit Höhen und Tiefen. Vor allem in der abgelaufenen Saison konnte man den hohen Erwartungen nicht gerecht werden und verpasste als Tabellenzwölfter das selbst gesteckte Saisonziel Play-offs.
Die Niners richteten in der Folge ihren Kader komplett neu aus. Auch Yebo suchte eine neue Herausforderung, weshalb sich beide Seiten nunmehr einigten, fortan getrennte Wege zu gehen.
Titelfoto: dpa/Hendrik Schmidt

