Niners-Star Davis lässt die Halle beben: "Das sind die Momente, die wir alle lieben!"
Chemnitz - Sie legten los wie die Feuerwehr, führten Mitte des ersten Viertels 23:3 und mussten am Ende erneut zittern: Die Niners Chemnitz rangen in der dramatischen Crunchtime Aufsteiger Science City Jena mit 76:73 (51:39) nieder.
Ein Korbjäger ließ sich nach dem Ostduell besonders feiern: Corey Davis (28). Er setzte in der Schlusssekunde zum Distanzwurf an. Der Ball flutschte durch die Reuse. Die mit 5000 Fans ausverkaufte Messe stand kopf.
"Völlig verrückt. Das sind die Momente, die wir alle lieben. Dafür spielen wir Basketball", strahlte Davis und schob einen Joke hinterher: "Ich bin schon alt. Meine Knie machen keine Verlängerung mehr mit."
Bis zum entscheidenden Wurf war es für Davis ein eher durchschnittlicher Auftritt. Der Guard stand bei für ihn bescheidenen fünf Punkten.
"Doch er nahm diesen entscheidenden Wurf. Das ist es, was große Spieler auszeichnet. Nach dem Heidelberg-Spiel war es schon das zweite Mal, dass Corey uns mit einem Dreier den Sieg bescherte", lobte Trainer Rodrigo Pastore (53) den 28 Jahre alten US-Amerikaner.
Jena-Headcoach Mike Taylor (53): "Respekt an Chemnitz, wie sie das Blatt im Schlussviertel noch einmal wendeten"
Weniger zufrieden war der Argentinier mit seinen Bankspielern: "Von ihnen bekamen wir nicht das, was wir noch Mittwoch beim Heimsieg gegen Ulm sahen. So kam Jena zurück, hatte seine Läufe. Gerade im dritten Viertel, wo uns offensiv wenig gelang."
Im letzten Abschnitt straffte sich das Pastore-Team. Davis sorgte für das Happyend und die fünfte Jenaer Niederlage in Folge.
"Respekt an Chemnitz, wie sie das Blatt im Schlussviertel noch einmal wendeten und natürlich an Corey für den entscheidenden Wurf", erklärte der neue Jena-Headcoach Mike Taylor (53). Der US-Amerikaner genoss die Rückkehr an seine einstige Wirkungsstätte: "Ein großartiges Ostderby. Fantastische Energie. Herausragende Fans auf beiden Seiten."
Pastore gestand: "Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir ein Spiel gewinnen, in dem wir nur 34 Prozent aus dem Feld und 58 Prozent von der Freiwurflinie treffen, hätte ich es nicht geglaubt."
Titelfoto: IMAGO / Fotostand

