Morón (Argentinien) - Sagenhafte 144 Profikämpfe bestritt Jorge Fernando Castro während seiner Karriere, ganze 130 Mal verließ er den Ring dabei als Sieger und krönte sich 1994 zum Weltmeister im Mittelgewicht. Seinen letzten Kampf hat der Argentinier nun aber leider verloren. Er starb im Alter von gerade einmal 59 Jahren.
Der langjährige Boxer brach am frühen Mittwochmorgen in einer Bingo-Halle im argentinischen Morón westlich von Buenos Aires plötzlich zusammen und konnte nicht mehr gerettet werden, wie das Nachrichtenportal "MinutoUno" berichtet.
Laut Polizeibericht führte ein niedriger Insulinspiegel zum Kollaps. Castro litt an Diabetes. Infolgedessen versagte sein Herz und bewirkte ein akutes Lungenödem, das schließlich in seinem Tod endete, wie aus dem vorläufigen Autopsiebericht hervorgeht.
Seine Ehefrau und seine Tochter Quimey waren dabei an seiner Seite und mussten die schrecklichen Momente miterleben.
"Es ging ihm gut, bis er plötzlich zu mir sagte: 'Meine Brust tut weh, Tochter'", erzählte Quimey gegenüber "MinutoUno". "Er hat eigentlich nicht geraucht, aber beim Bingo schon. Da habe ich ihm gesagt, dass es daran liegt, dass er hier raucht wie ein Schlot. Er ging auf die Toilette und als er wiederkam, tat es noch mehr weh."
Die Mitarbeiter der Bingo-Halle brachten Castro in ein separates Büro, wo er schließlich das Bewusstsein verlor. Die gerufenen Rettungskräfte versuchten 20 Minuten lang, den Ex-Athleten wiederzubeleben - jedoch vergeblich.
Jorge Fernando Castro lieferte sich 1994 den "Kampf des Jahres"
"Uns geht es wie jedem, der einen geliebten Menschen verliert. Es gibt keine Worte für unsere Trauer", so die Tochter. "Wir waren an seiner Seite - wie er es gewollt hätte."
Die "Lokomotive", wie der Linksausleger liebevoll genannt wurde, wurde bereits 1989 zum Boxprofi und blieb seine ersten 39 Kämpfe ungeschlagen.
Am 12. August 1994 schnappte er sich dann den WBA-Weltmeistertitel im Mittelgewicht gegen Reggie Johnson und verteidigte den Gürtel später unter anderem in einem spektakulären Fight gegen John David Jackson. Der Schlagabtausch, den ein selbst übel gezeichneter Castro in der neunten Runde per K. o. für sich entschied, wurde vom Ring Magazine damals als "Kampf des Jahres" ausgezeichnet.
Seinen letzten Profikampf bestritt der Argentinier am 27. Januar 2007 gegen José Luis Herrera - und gewann bereits in der zweiten Runde per Knock-out.