"Das Match ruiniert": Darts-Hoffnung schämt sich für deutsche Fans

Göttingen - Die deutschen Darts-Fans haben sich mal wieder unbeliebt gemacht! Bei der European Tour in Göttingen pfiffen einige Zuschauer den britischen Pfeilwerfer Stephen Bunting (40) bei dessen Match gegen den Deutschen Niko Springer (25) penetrant aus, was den Beteiligten gehörig gegen den Strich ging.

Niko Springer (25) war mit dem Verhalten der heimischen Anhänger gar nicht zufrieden. (Archivfoto)
Niko Springer (25) war mit dem Verhalten der heimischen Anhänger gar nicht zufrieden. (Archivfoto)  © Bradley Collyer/PA Wire/dpa

"Haltet die Klappe", platzte es aus Caller Huw Ware (32) bereits während der Partie beim Stand von 5:5 heraus. "Wir versuchen hier, eine Partie Darts zu spielen."

Immer wieder störten laute Pfiffe die Aufnahmen von "The Bullet", am Ende musste sich der Premier-League-Star mit 5:6 gegen die deutsche Darts-Hoffnung geschlagen geben. Es war nicht das erste Mal, dass die schwarz-rot-goldenen Fans negativ auffielen.

Event-Moderator Philip Brzezinski (32) richtete sich nach Spielende mit einer deutlichen Ansage ans Publikum: "Es sind drei oder vier Nasen, die mit ihrer Pfeiferei ein großartiges Spiel kaputtgemacht haben. Diesen vier Leuten von 4000 sagen wir: Ihr seid hier nicht willkommen. Wir wollen das nicht haben. Wir wollen das nicht haben!"

Darts-Star übergibt sich fünfmal und wirft trotzdem Neuner: "Wollte so schnell wie möglich gewinnen"
Darts Darts-Star übergibt sich fünfmal und wirft trotzdem Neuner: "Wollte so schnell wie möglich gewinnen"

Springer selbst konnte seinen starken Sieg aus diesem Grund auch nur bedingt genießen: "Ich muss ehrlich sagen, was am Ende passiert ist, war Stephen gegenüber nicht ganz fair", erklärte der Mainzer. "Ich habe mich ein bisschen geschämt."

"Insgesamt waren die Fans wirklich unglaublich gut", fügte der 25-Jährige an. "Aber wie du schon sagtest: Es gab ein paar Leute, die das Match ein bisschen ruiniert haben."

Stephen Bunting versteht Abneigung gegen Deutschland-Events

Stephen Bunting (40) ist eigentlich einer der beliebtesten Darts-Profis, doch in Göttingen verschworen sich einige wenige Zuschauer gegen ihn. (Archivfoto)
Stephen Bunting (40) ist eigentlich einer der beliebtesten Darts-Profis, doch in Göttingen verschworen sich einige wenige Zuschauer gegen ihn. (Archivfoto)  © Andreas Gora/dpa

Am Sonntag meldete sich auch Bunting auf Instagram zu Wort. Eigentlich freue er sich stets über die Unterstützung eines Großteils der Fans und beklage sich ungern über Niederlagen, aber "heute Abend tat wirklich weh, auch wenn es nur ein kleiner Teil der Leute war", so der 40-Jährige.

"In den entscheidenden Momenten zu buhen und zu pfeifen ist nicht akzeptabel, und wenn ihr das machen wollt, dann geht zum Fußball", wetterte die Nummer neun der Welt. "Nichts gegen Niko, er hat ein tolles Match gespielt, aber die Pfiffe haben es ruiniert. [..] Ich verstehe, dass manche Spieler nicht hierher reisen wollen."

Im Viertelfinale gegen den Australier Damon Heta (38) zeigte sich das Publikum dann schon wieder in versöhnlicherer Stimmung, der Lokalmatador musste sich gegen "The Heat" aber mit 5:6 geschlagen geben und schied somit als letzter Deutscher aus.

Titelfoto: Bildmontage: Bradley Collyer/PA Wire/dpa, Andreas Gora/dpa

Mehr zum Thema Darts: