Liebe statt Pfiffe: Amors Pfeil trifft englischen Darts-Star in Deutschland
München - In den vergangenen Monaten haben die deutschen Darts-Fans nicht jeden Gast herzlich empfangen, insbesondere die Engländer bekamen gleich mehrfach ihr Fett weg und äußerten anschließend auch gern ihren Unmut. Nicht so Nathan Aspinall (34). "The Asp" entdeckte in München seine verloren geglaubte Liebe für den Pfeile-Sport - und "good old Germany".
"Deutschland, ich liebe dich", erklärte der 34-Jährige am Montagabend nach seinem Triumph beim German Darts Grand Prix im Münchner Zenith mit einem breiten Grinsen im Gesicht und erhobener Sieges-Faust.
Die amourösen Gefühle kommen nicht von ungefähr. Der Brite feierte seinen vierten Erfolg auf der European Tour - den vierten in Deutschland. Zumindest ihm scheinen die schwarz-rot-goldenen Veranstaltungsorte und Zuschauer also zu liegen.
"Ihr wart einfach unglaublich", schwärmte Aspinall am DAZN-Mikrofon, wobei es nach wechselhaften Leistungen in der jüngeren Vergangenheit und Reiseproblemen zu Ostern, über die sich Aspinall auf Instagram beschwert hatte, zunächst nicht nach einer Romanze mit der bayerischen Landeshauptstadt aussah.
"Ich habe meinen Kampfgeist wiedergefunden. Ich habe unter der Woche ein Interview gegeben und gesagt, dass ich Darts gerade nicht genießen könne und die Liebe zum Spiel suche. Mein Gott, München. Ihr habt mir die Liebe zum Spiel wiedergegeben, weil ihr mega wart!"
Nathan Aspinall beschenkt deutschen "Superfan"
Das Münchner Publikum trug dem World-Matchplay-Sieger von 2023 auch nicht nach, dass er sich auf dem Weg ins Finale gegen den Deutschen Martin Schindler (29) durchgesetzt hatte. Anschließend besiegte Aspinall noch Andrew Gilding (55) und Kevin Doets (27), ehe im Finale Danny Noppert (35) dran glauben musste.
Auch in den sozialen Netzwerken bedankte sich der Engländer nochmals bei den deutschen Anhängern, die "fantastisch" und "unwirklich" gewesen seien.
Ein kleiner "Superfan" namens Lukas durfte sich sogar über ein signiertes Shirt von "The Asp" freuen, nachdem der Junge von der PDC bereits ausgewählt worden war, dessen Walk-on-Song "Mr. Brightside" von The Killers mit der Menge zu performen.
Alles in allem eine erfrischend versöhnliche Abwechslung, nachdem Niko Springer (25) sich noch vor wenigen Wochen aufgrund von Buhrufen und Pfiffen während seiner Partie gegen Stephen Bunting (40) für das deutsche Publikum geschämt hatte.
Titelfoto: John Walton/PA/dpa

