"Die unnötigsten Menschen im Sport": UFC-Champion wettert gegen Ring-Girls und erntet Kritik

USA - Der ungeschlagene MMA-Star Khabib Nurmagomedov (33) attackierte auf einer Pressekonferenz die Nummern-Girls der UFC und bezeichnete die Damen als nutzlos. Dafür kassierte der Russe jetzt Gegenwind von mehreren Seiten.

Das Model Brittney Palmer (34, l.) und ihre Kolleginnen zeigen sich auf Instagram bei der Arbeit am Oktagon.
Das Model Brittney Palmer (34, l.) und ihre Kolleginnen zeigen sich auf Instagram bei der Arbeit am Oktagon.  © Screenshot/Instagram/brittneypalmer

Der mittlerweile zurückgetretene Weltmeister im Leichtgewicht schoss Ende August scharf gegen die leicht bekleideten Frauen, wie yahoo sport berichtete.

"Was ist ihre Funktion? Man sieht ja auf dem Bildschirm, welche Runde es ist. Sie sind die unnötigsten Menschen im Sport", meint Nurmagomedov.

Und der Kämpfer fügte an: "Was bringen sie? Tragen sie etwas zur Entwicklung des Sports bei? Merken die Zuschauer dank ihnen, dass jetzt die zweite Runde angefangen hat? Was machen die da?"

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Die Ring-Damen gehören schon seit Jahrzehnten zum Kampfsport, doch der aus der russischen Teilrepublik Dagestan stammende Kämpfer ließ dieses Argument nicht durchgehen.

"Die Geschichte kennt viele Fehler. Wir studieren Geschichte, um Fehler aus der Vergangenheit in der Zukunft nicht mehr zu machen."

"Meine persönliche Meinung ist: Sie sind völlig nutzlos", sagte Nurmagomedov.

Model und Moderatorin Arianny Celeste verteidigte sich nach Kritik von Khabib Nurmagomedov

Schlägt nicht nur verbal hart zu: Khabib Nurmagomedov (33, r.) bei seinem letzten Sieg gegen Dustin Poirier (32).
Schlägt nicht nur verbal hart zu: Khabib Nurmagomedov (33, r.) bei seinem letzten Sieg gegen Dustin Poirier (32).  © Mahmoud Khaled/AP/dpa

Außerdem kündigte der 33-Jährige an, den Job der Frauen in seiner eigenen Kampfsportliga abschaffen zu wollen. Erst kürzlich kaufte der Sambo-Spezialist die "Eagle Fighting Championship".

Die deutlichen Worte riefen auch eine Reaktion bei den Betroffenen hervor. So meldete sich Nummern-Girl Arianny Celeste (35) auf Instagram zu Wort.

Das Model verteidigte sich und ihre Aufgabe: "Seit 15 Jahren sind wir mehr als nur Ring-Girls – wir haben uns der Vermarktung der UFC gewidmet und unseren treuen Fans Liebe und Zeit geschenkt, indem wir um die Welt getourt sind und persönlich aufgetreten sind."

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Die 35-Jährige berichtete von ihren Errungenschaften abseits des Sports und meinte, dass, auch wenn sich die Zeiten geändert haben, sie immer noch die Liebe und Energie des Publikums spürt.

Ihr Leben sei zu schön, um unglücklich zu sein und sie hätte zu hart gearbeitet, um sich darum zu scheren, ob sie als nutzlos bezeichnet wird.

"Ihr müsst mich nicht mögen, aber ihr werdet mich respektieren", prophezeite die Moderatorin.

UFC-Kampferin Valentina Shevchenko unterstützte Ring-Girls und kritisierte Khabib

Die tanzende Kampfsportlerin Valentina Shevchenko (33, Mitte) unterstützte die Nummern-Girls und zeigte sich mit den Damen auf Instagram.
Die tanzende Kampfsportlerin Valentina Shevchenko (33, Mitte) unterstützte die Nummern-Girls und zeigte sich mit den Damen auf Instagram.  © Screenshot/Instagram/brittneypalmer

Nach ihrer souveränen Titelverteidigung am Wochenende gegen Lauren Murphy (38) meldete sich auch Fliegengewicht-Champion Valentina Shevchenko (33) auf einer PK zu der Thematik.

Die 33-Jährige meinte: "Schöne Frauen sind eine Bereicherung für jede Veranstaltung."

Sie bezeichnete die UFC-Girls als "Schmuckstücke" und verteidigte ihre Rolle: "Niemand hat das Recht zu sagen, dass sie nutzlos sind, weil sie an dem Ort sind, an dem sie sein müssen."

Anschließend sprach sie den Conor-McGregor-Bezwinger direkt an: "Du kommst zu irgendeiner Veranstaltung und siehst schöne Frauen. Du als Mann, so wie jeder andere auch, genießt es, nicht wahr?"

Auch ein Foto mit den Ring-Damen ließ Shevchenko an jenem Abend knipsen.

Ob das den männlichen Kritiker umstimmen wird, ist fraglich. Der gläubige Muslim fasste einen Entschluss, als er mit seinem Vater einen Kampf besuchte und die spärlich bekleideten Hingucker ihn störten.

"Zwingt es mir nicht auf. Machts irgendwo im Hintergrund. Meiner Meinung nach sollte es dafür spezielle Orte geben", findet der ehemalige Mixed-Martial-Arts-Fighter Nurmagomedov.

Titelfoto: Montage: Mahmoud Khaled/AP/dpa, Screenshot/Instagram/brittneypalmer

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