Bluttat auf offener Straße: Zweitliga-Kicker mit Messer niedergestochen
Alytus (Litauen) - Große Sorge um Obi Jeremiah Chinonso (20): Der nigerianische Fußballprofi ist am Dienstag im litauischen Alytus Opfer eines erschreckenden Gewaltverbrechens geworden.
In einem Wohngebiet des dort ansässigen Zweitligisten DFK Dainava, bei dem der 20-Jährige unter Vertrag steht, sei er aus bislang ungeklärtem Motiv von einem zwei Jahre jüngeren Mann mit einem Messer attackiert worden. Dabei habe der Angreifer mehrfach zugestochen und den Spieler an Bauch, Oberschenkel und Arm verletzt. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf Behördenangaben.
Augenzeugen seien daraufhin sofort zur Stelle gewesen, hätten dem Verletzten geholfen und den mutmaßlichen Täter bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Gegen ihn werde nun wegen versuchten Mordes ermittelt.
Trotz des schnellen sowie couragierten Eingreifens von Augenzeugen seien die Verletzungen beim Kicker dennoch so schwer gewesen, dass er sich noch am selben Tag einer Operation unterzogen habe.
Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, teilte DFK-Direktor Žydrūnas Lukošiūnas dem Nachrichtenportal LRT mit. "Er befindet sich derzeit in Narkose, ist noch nicht vollständig genesen, kann aber sprechen", erklärte der Vereinsboss.
Klub und Verband verurteilen Angriff auf Obi Jeremiah Chinonso scharf
Der Klub reagierte zeitnah auf den Vorfall und bezog deutlich Stellung: "Was heute geschehen ist, ist unfassbar und unverzeihlich", heißt es in der offiziellen Vereinsmitteilung.
"Wir stehen in dieser schwierigen Zeit mit ganzem Herzen an der Seite unseres Spielers und hoffen, dass am Ende alles gut wird und der Angreifer die härteste Strafe erhält."
Auch der litauische Fußballverband (LFF) äußerte sich zu der Bluttat und positionierte sich klar: "Solche Angriffe senden zweifellos ein gefährliches Signal an die gesamte internationale Fußballgemeinschaft, und es ist unglaublich bedauerlich, dass es in unserem Land immer noch Menschen gibt, die sich am helllichten Tag so unberechenbar verhalten."
Zum Motiv des Festgenommenen ist bislang nichts bekannt, Medienberichten zufolge werde jedoch ein rassistischer Hintergrund vermutet.
Der Verband betonte in diesem Zusammenhang: "Jeder Spieler, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe oder Herkunft, muss sich sicher fühlen und das tun können, was er am besten kann - die Fans im Stadion begeistern. Fußball muss weltweit eine verbindende und keine spaltende Kraft sein", wird LFF-Präsident Edgaras Stankevičius in dem offiziellen Statement zitiert.
Titelfoto: Facebook/Alytaus naujienos

