Drittligist betreibt ungewöhnlichen "Marketing-Gag": Das gefällt dem DFB gar nicht

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Havelse - Wer in dieser Saison schon häufiger beim TSV Havelse im Stadion war, dürfte sich gewundert haben: Bei allen Heimspielen des Drittligisten endet die Zuschauerzahl auf 12. Ein Zufall ist das nicht, was dem DFB missfällt.

6712 Zuschauer begrüßte der TSV Havelse beim Drittligaspiel gegen Hansa Rostock. Doch wie viele waren es wirklich?
6712 Zuschauer begrüßte der TSV Havelse beim Drittligaspiel gegen Hansa Rostock. Doch wie viele waren es wirklich?  © IMAGO / Lobeca

6712 Zuschauer gegen Hansa Rostock, 1112 Zuschauer gegen Waldhof Mannheim, 912 gegen Wehen Wiesbaden: Was bei drei Spielen noch Zufall sein könnte, muss bei bisher 17 Partien in dieser Saison im Eilenriedestadion Methode haben.

"Wir runden immer ab oder auf, damit es immer XX12 Zuschauer sind", bestätigte der Havelser Pressesprecher den Verdacht gegenüber dem Kicker. Schon in der Regionalliga habe der Aufsteiger das meist so gehandhabt: "Die 12 steht ja auch perfekt für den zwölften Mann und für 1912."

1912 ist das Gründungsjahr der Niedersachsen und wie es der Zufall so will, beläuft sich der Zuschauerschnitt aller bisherigen Heimspiele in dieser Saison auf genau 1912 Personen - dem Zuschauerboom gegen Rostock in der großen Heinz von Heiden Arena sei Dank.

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Der DFB findet die Rechenspielchen des Drittligisten allerdings nicht sonderlich witzig.

DFB verlangt vom TSV Havelse in Zukunft "seriöse Angaben"

Egal, wie viele Zuschauer den Weg zum TSV Havelse finden, der Klub bedankt sich bei XX12 Fans.
Egal, wie viele Zuschauer den Weg zum TSV Havelse finden, der Klub bedankt sich bei XX12 Fans.  © David Inderlied/dpa

"Die offiziellen Zuschauerzahlen sind dem DFB wichtig - zum einen hinsichtlich der offiziellen Statistiken, aber auch mit Blick auf die Spielabrechnungen", teilte der DFB dem Kicker mit: "Die Spielabrechnungen wurden jetzt noch mal geprüft. Diese sind korrekt, hier hat der TSV Havelse bei seinen Heimspielen nicht auf 12 auf- oder abgerundet."

"Der DFB heißt den - ohne Absprache vorgenommenen - Marketing-Gag des TSV Havelse nicht gut. Er hat allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Finanzströme und auch keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesamtstatistik", hieß es weiter.

Man gehe davon aus, "dass der TSV in den letzten Heimspielen ausschließlich seriöse Angaben macht und bei allen offiziellen Angaben auf die 12 verzichtet", die offiziellen Zuschauerzahlen der bisherigen Partien würden demnach noch angepasst.

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Mit der Unterstützung ihrer XX12 Fans stieg Havelse in der Vorsaison in die 3. Liga auf, befindet sich allerdings auch wieder auf direktem Weg zurück in die Regionalliga - vier Spieltage vor Schluss beträgt der Abstand aufs rettende Ufer neun Punkte.

Bewahrheitet sich der drohende Abstieg, kann der TSV aber zumindest mit seiner bisherigen Praxis wohl fortfahren: Den NFV schienen die XX12 Zuschauer bisher nicht zu stören.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Lobeca, David Inderlied/dpa

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