Der Aufstiegs-Kampf der 3. Liga ist längst psychologische Kriegsführung

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Cottbus/Duisburg/Essen - Spätestens seit Sonntag steht fest: Dieser Aufstiegskampf der 3. Liga ist längst zur psychologischen Kriegsführung geworden, findet TAG24-Redakteur Lukas Schulze.

Dietmar Hirsch (54) griff am Sonntag in die psychologische Trickkiste, genauso wie seine Kontrahenten zuvor.
Dietmar Hirsch (54) griff am Sonntag in die psychologische Trickkiste, genauso wie seine Kontrahenten zuvor.  © Fabian Strauch/dpa

Dies zeigten nicht zuletzt die Aussagen von MSV-Trainer Dietmar Hirsch (54). Nach dem hart errungenen 2:1-Erfolg über Energie Cottbus stellte der Heimtrainer in mehreren Medien klar: "Ich glaube, dass es nicht um die Tore geht am Ende."

Angesichts dessen, dass Duisburg bei gleicher Punktzahl das um zwei Treffer schlechtere Verhältnis zu Cottbus aufweist, eine fast schon hochmütige Aussage. Was Hirsch damit außerdem aussprach: Die Konkurrenz wird noch patzen. 

Das ist durchaus möglich, aber vor allem ein Manöver, um die schwächelnden Kontrahenten aus Cottbus und Essen weiter zu verunsichern.

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Für Duisburg selbst proklamierte Hirsch breite Brust: "Für mich geht es jetzt darum, dass wir in den nächsten beiden Spielen sechs Punkte holen. Aber ich bin jetzt nicht so vermessen, dass ich sag': Ich fahr‘ jetzt nach Aue und gewinn' da 8:0 am besten."

Hirsch offenbarte damit – gewollt oder ungewollt –, worüber sich Duisburg nach dem Topspiel-Sieg Gedanken machte. Wer die Bilder an der Wedau sah, konnte fast den Eindruck gewinnen, der MSV sei am Sonntag aufgestiegen.

Energie Cottbus ist in der Pole-Position, MSV Duisburg wittert Lunte, Rot-Weis Essen probiert, sich zu wehren

Alles roger oder nur auf den ersten Blick: Auch Pele Wollitz (60) und Uwe Koschinat (54) gerieten zuletzt verbal aneinander.
Alles roger oder nur auf den ersten Blick: Auch Pele Wollitz (60) und Uwe Koschinat (54) gerieten zuletzt verbal aneinander.  © IMAGO / Steffen Beyer

Die verbalen Scharmützel sind im Saisonfinale zum Alltag geworden. Während Cottbus-Coach Pele Wollitz (60) (immer wieder) die Schiedsrichter-Leistungen anprangerte, entgegnete RWE-Trainer Uwe Koschinat (54) vor dem zurückliegenden Spieltag: 

"Ich will das eigentlich nicht zum Thema machen, aber ich bin mittlerweile dazu gezwungen, weil es mir tierisch auf den Sack geht, dass diejenigen, die am lautesten schreien, permanent recht bekommen."

Der Giftpfeil war auf Wollitz gerichtet. Das Cottbuser Sprachrohr bewirkte mit seiner Schiri-Schelte mindestens, dass Robert Hartmann (46) im direkten Duell gegen Essen besonders aufmerksam hinsah. Das Ende vom Lied: Energie profitierte von zwei Entscheidungen.

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Auch solche Sperenzien gehören genauso zum Aufstiegskampf wie Hirschs Stichelei in Richtung Cottbus und Essen.

In Duisburg fielen viele knifflige Szenen gegen Cottbus aus – inklusive des klaren Eckballs in der Schlussminute, der Energie verwehrt wurde. Wollitz reagierte mit einem flammenden Appell, den manche als zigste Wutrede interpretiert haben wollten. 

Auch wenn Hirsch anderes suggeriert, ist Cottbus nach wie vor in der Pole-Position. Duisburg muss diesen Freitag im Erzgebirge vorlegen und gegen ein wiederbelebtes Aue Taten folgen lassen. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

Titelfoto: IMAGO / Steffen Beyer; Fabian Strauch/dpa

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