Tor-Klau in der 3. Liga: Cottbus fühlt sich benachteiligt, DFB prüft Videobeweis light

Cottbus - Dieses (Nicht)-Tor erhitzt die Gemüter! Energie Cottbus fühlt sich auch einen Tag nach dem 1:1 gegen Mannheim um den Siegtreffer betrogen. Der DFB prüft technische Hilfsmittel, die aber keinesfalls zur neuen Saison kommen werden.

Tolcay Cigerci (31, l.) und Axel Borgmann (31, r.) hätten den Cottbuser Treffer zum 2:1 sicherlich gerne überprüfen lassen.  © IMAGO / Fotostand

Am Sonntagabend gingen ein Handy-Video und das Bild des Cottbuser Fotografen Frank Hammerschmidt viral, die beide den Tor-Klau nahezu vollständig bestätigten: Der Kopfball von FCE-Verteidiger Nyamekye Awortwie-Grant (25) war hinter der Torlinie gewesen.

Der Treffer hätte den Lucky Punch und den 47. Punkt in dieser Saison bedeutet, Energie hätte sich mit dem Dreier zum ersten Mal ein Stück weit absetzen können.

Pustekuchen! Schiedsrichter Ben Henry Uhrig (25) und sein Assistent sahen die Szene anders. Besonders der Mann an der Linie hätte durchaus das Tor erkennen können, stand in einem ähnlichen Blickwinkel wie der Fotograf.

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Klar, dass sich Energie benachteiligt fühlt. Es ist das wiederholte Mal in der jüngsten Zeit, in denen Schiedsrichter-Entscheidungen zu Ungunsten der Lausitzer ausfallen.

Während gegen Hoffenheim II der übermotivierte Einsatz von Keeper Lúkas Petersson (22) ungeahndet (und unerheblich fürs Ergebnis) blieb, ebneten in Wiesbaden die Entscheidungen von Davina Lutz (31) maßgeblich die Spielentwicklung.

In Cottbus kam es am Sonntag nach einer hitzigen Rudelbildung auf dem Feld im Nachgang zu einer sachlichen Aussprache der Protagonisten in der Schiri-Kabine. Ob es diese auch gegeben hätte, wenn eine solche Szene am letzten Spieltag über Auf- oder Nichtaufstieg entschieden hätte?

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3. Liga prüft "Football Video Support" (FVS) als Light-Version des VAR

In der 1. und 2. Bundesliga wird der VAR eingesetzt, den es in der 3. Liga nicht gibt.  © Andreas Gora/dpa

Trotz aller Forderungen wird es nach TAG24-Informationen keine Einführung von technischen Hilfsmitteln zur kommenden Saison in der 3. Liga geben.

Dabei wurde am Montag vor einer Woche auf der Manager-Tagung des DFB den Drittligisten der "Football Video Support" (FVS) zur ersten Prüfung vorgestellt. Es gilt als Light-Version des VAR und fungiert ähnlich eines Challenge-Systems mit zwei Veto-Rechten pro Klub für spielentscheidende Szenen.

Noch ist das System in der Testsphase und müsste zunächst von der FIFA zugelassen werden. Ende des Monats soll es hierzu eine Tagung geben.

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Der Vorteil: Das FVS würde für die Drittligisten nur etwa ein Drittel der Kosten im Vergleich zum VAR in der DFL bedeuten. Sämtliche Entscheidungen würden nicht aus dem Kölner Keller, sondern direkt aus dem Stadion getroffen werden.

Allerdings soll bei vielen der anwesenden Managern an jenem Tag noch nicht die finale Überzeugung für das System gereift sein, wie TAG24 weiter erfuhr.

Tabelle 3. Liga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Energie Cottbus 24 49:37 45
2 SC Verl 24 59:35 44
3 MSV Duisburg 24 43:31 43
4 VfL Osnabrück 24 35:24 43
5 Rot-Weiss Essen 24 48:38 43
6 SV Wehen Wiesbaden 24 37:26 41
7 FC Hansa Rostock 24 41:27 40
8 TSV 1860 München 24 39:35 36
9 SV Waldhof Mannheim 24 40:43 36
10 FC Ingolstadt 04 24 41:32 33
11 TSG 1899 Hoffenheim II 24 46:42 32
12 Viktoria Köln 24 33:32 32
13 VfB Stuttgart II 24 29:39 32
14 Alemannia Aachen 24 39:45 29
15 SSV Jahn Regensburg 24 31:37 28
16 1. FC Saarbrücken 24 32:35 27
17 FC Erzgebirge Aue 24 27:38 24
18 SSV Ulm 1846 24 32:50 22
19 TSV Havelse 24 33:52 19
20 1. FC Schweinfurt 05 24 20:56 10

Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.

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