Bleibt er ohne einen einzigen Sieg? Zweitliga-Coach muss nach Saisonende gehen
Münster - Er war als Feuerwehrmann gekommen, um Preußen Münster zu retten, doch die Mission schlug fehl! Seit dem vergangenen Wochenende steht der Zweitligist als Absteiger fest. Entsprechend muss Cheftrainer Alois Schwartz seinen Hut nehmen: Das Spiel gegen die SV Elversberg am Sonntag wird sein siebtes und zugleich letztes an der Seitenlinie der Münsteraner.
Drei Tage vor dem für Münster sportlich bedeutungslosen Spiel, die Adler können den Platz am Tabellenschlusslicht selbst bei einem Sieg nicht mehr verlassen, gab der Klub die Entscheidung zur Trennung bekannt.
In einem "von gegenseitiger Wertschätzung und großem Respekt geprägten Austausch" seien beide Seiten zu dem Entschluss gekommen, die Zusammenarbeit nicht in der 3. Liga fortzuführen, heißt es auf der Vereinshomepage. Preußen Münster wolle nach dem Abstieg ein neues Kapitel aufschlagen.
Schwartz war erst Ende März als Cheftrainer geholt worden, kurz nachdem Alexander Ende (46) nach dem 0:6 bei Dynamo Dresden freigestellt worden war, konnte das sinkende Schiff aber nicht mehr auf Kurs bringen.
Zwar stabilisierte der 59-Jährige das Team, denn in sechs Partien unter seiner Leitung verloren die Münsteraner nur zweimal. Sie gewannen allerdings auch kein einziges Spiel – fatal angesichts der stetig punktenden Keller-Konkurrenz.
Preußen Münster und Alois Schwartz gehen mit Wertschätzung auseinander
"Alois hat sich trotz der sehr schwierigen Ausgangslage und der Kürze der Zeit mit großer Überzeugung zum SC Preußen Münster bekannt", lobte Sportgeschäftsführer Ole Kittner (38) den scheidenden Coach dennoch.
Er habe sich in einer sehr herausfordernden Situation voll und ganz mit Aufgabe und Klub identifiziert sowie wertvolle Arbeit geleistet, "auch wenn die für den Klassenerhalt erforderlichen Ergebnisse am Ende aus unterschiedlichsten Gründen ausblieben. Wir blicken mit großer Wertschätzung auf die Zusammenarbeit mit Alois Schwartz", bedankte sich der 38-Jährige.
Für Schwarz, dessen Vertrag ohnehin nur bis zum Saisonende läuft, habe die kurze Zeit gereicht, um den Klub ins Herz zu schließen.
"Umso mehr schmerzt es, dass wir den Abstieg in der kurzen gemeinsamen Zeit leider nicht mehr verhindern konnten. Wir hatten in den vergangenen Tagen offene Gespräche und sind zum gemeinsamen Entschluss gekommen, dass der Klub einen Neustart benötigt", erklärte der gebürtige Nürtinger.
Er drücke nun beide Daumen, dass die Preußen bald wieder in der 2. Liga spielen – und hofft wohl darauf, sich mit einem Sieg gegen Elversberg zumindest versöhnlich aus dem Münsterland zu verabschieden.
Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

