Zweitligist zieht nach 0:6-Debakel die Reißleine: Münster schmeißt Ende raus!
Münster - Die 0:6-Klatsche bei Dynamo Dresden brachte das Fass zum Überlaufen! Preußen Münster hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Alexander Ende (46) getrennt. Auch dessen Co-Trainer Zlatko Muhovic (35) muss gehen.
Das teilte der Verein am Montag offiziell mit. "Der SC Preußen Münster hat am Montagvormittag Trainer Alexander Ende und Co-Trainer Zlatko Muhovic freigestellt. Vorausgegangen war die deutliche 0:6-Niederlage am Sonntagnachmittag bei Dynamo Dresden, die für den SCP einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt bedeutete", hieß es im Statement des Klubs.
Ende hatte im vergangenen Sommer Preußen übernommen, wechselte vom SC Verl in die Universitätsstadt.
In den neun Spielen der Rückrunde hatte das Team unter seiner Leitung lediglich einen einzigen Sieg geholt, am 1. März mit dem 2:1 bei Eintracht Braunschweig. "Mit Alex war unser Ziel, eine klare und langfristig angelegte Spielidee aufzubauen. Diese Spielidee lebt von Attributen, die wir in der aktuellen Situation und nach der schwierigen Rückserie nicht mehr in der notwendigen Form auf den Platz bringen konnten", erklärte Boss Ole Kittner (38).
Da es im Abstiegskampf der 2. Bundesliga immer enger zugeht und der Auftritt am Sonntag in Dresden extrem desaströs war, sah sich der Verein zum Handeln gezwungen.
Vor allem auch, weil die kommenden drei Spiele gegen den 1. FC Magdeburg, bei Holstein Kiel und gegen die SpVgg Greuther Fürth Duelle mit unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf darstellen.
Boss Ole Kittner hatte schon direkt nach dem Spiel das Bekenntnis zu Ende vermissen lassen
Überraschend kommt die Trennung nicht, denn schon direkt nach dem Spiel hatte Kittner im Interview bei Sky ein klares Bekenntnis zu Ende vermissen lassen.
"Wir werden alles hinterfragen und da wird auch keiner aus der Verantwortung herauskommen, weil wir über eine Person mehr sprechen", sagte der Ex-Profi und ergänzte: "Ich stehe in der Verantwortung, ganz viele andere Menschen stehen in der Verantwortung, jeder Spieler, Trainerteam, alle. Wir werden die nächsten Tage sehr, sehr intensiv miteinander sprechen und unsere Rückschlüsse ziehen und alles dafür tun, dass dieser Verein in der 2. Liga bleibt. Heute ist nicht der Tag, um auf irgendeine Person zu zeigen. Hier können sich gerade sehr viele Menschen an die eigene Nase fassen", sagte er. Trotzdem muss Ende als Erstes die Konsequenzen tragen.
Kittner sprach davon, die gesamte Mannschaft, nicht nur das Trainerteam in die Verantwortung zu nehmen. "Es ist mit die bitterste Niederlage, die ich je bei Preußen Münster erlebt habe, weil wir gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt spielen, es alles angerichtet ist für einen ganz großen Fight und wir es dann nicht geschafft haben, das auf den Platz zu bringen", sagte der Ex-Spieler.
U23-Coach bereitet Preußen Münster auf das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg vor
"Das war ganz weit weg von unserem eigenen Anspruch. Wir werden die Dinge sehr, sehr klar analysieren müssen. Wir haben alles selbst in der Hand, wir sind in einer Situation, wo wir selbst den Klassenerhalt schaffen können, aber das muss in jeder Sekunde und Aktion spürbar sein und das war heute nicht der Fall", bilanzierte Ole Kittner.
Nach der Hinrunde stand Münster auf Rang 12 und hatte sieben Punkte Vorsprung auf Dynamo. Nun steht Preußen auf dem Abstiegsrelegationsrang 16 und hat drei Zähler Rückstand auf die SGD, plus ein ruiniertes Torverhältnis im Abstiegskampf. Die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg am Sonntag (13.30 Uhr) übernimmt U23-Trainer Kieran Schulze-Marmeling (36).
Ob er auch auf der Trainerbank sitzen wird, oder Münster bis dahin einen Nachfolger präsentiert, ist noch unklar.
Titelfoto: Picture Point / Petzsche
