Horror-Debüt in der Champions League: Junger Torhüter (22) nach nur 17 Minuten ausgewechselt
Madrid - Es sollte ein Abend für die Ewigkeit werden, am liebsten würde der tschechische Torhüter Antonín Kinsky (22) ihn aber ganz schnell vergessen. Der Keeper von Tottenham Hotspur erlebte am Dienstagabend ein absolutes Horror-Debüt in der Champions League.
Beim Auswärtsspiel im Achtelfinale bei Atlético Madrid wurde er nach nur 17 Minuten ausgewechselt, da stand es bereits 3:0 für die Gastgeber. Am Ende siegte das Team von Trainer-Vulkan Diego Simeone (55) mit 5:2.
Dabei unterliefen Antonín Kinsky zwei Fehler in der Anfangsphase, die direkt zu zwei Gegentoren führten. In der sechsten Minute rutschte er bei einem Abspielversuch aus (0:1), in der 15. Minute schlug er über den Ball (0:3). Dazwischen war noch Innenverteidiger Micky van de Ven (24) ausgerutscht und hatte so das 0:2 eingeleitet.
Trainer Igor Tudor (47), der Kinsky überraschend den Vorzug im Tor gegeben hatte, brachte für ihn Guglielmo Vicario (29) aufs Feld, doch auch der Italiener musste noch öfter hinter sich greifen.
Die Experten und Kommentatoren bei Sky Sports und CBS Sports konnten es nicht fassen. "Man muss ihn mindestens bis zur Halbzeit auf dem Feld lassen. Er hat seine Karriere komplett ruiniert. Kinsky tut mir wirklich leid", fühlte Ex-Torhüter Peter Schmeichel (62) bei CBS mit dem jungen Tschechen.
Zuschauer im Stadion spenden tröstenden Applaus bei der Auswechslung von Antonín Kinsky
Auch der ehemalige Nationaltorhüter Englands, Joe Hart (38), tat Antonín Kinsky einfach nur leid. "Mein Herz bricht für ihn. Er hatte 14 schreckliche Minuten. Diese Tottenham-Mannschaft ist völlig aus dem Gleichgewicht", erkannte auch er.
Der Tscheche verschwand nach seiner Auswechselung direkt in den Katakomben, sein Trainer Igor Tudor erklärte nach dem Spiel: "Nachdem man gesehen hat, was passiert ist, war es sicherlich die falsche Entscheidung, aber für mich war es die richtige Entscheidung, wenn man vor dem Spiel darüber nachdenkt, denn die Mannschaft wechselte den Wettbewerb, es war der richtige Moment, dies zu tun", sagte er im TV und fügte an: "Leider ist passiert, was passiert ist, also habe ich nach 15 Minuten den Torwart ausgewechselt. Das ist nicht einfach."
Der Coach erntete im Netz jede Menge Kritik dafür, dass er bei der Auswechslung nicht einmal mit dem Keeper abklatschte. Die 64.168 Zuschauer im Riyadh Air Metropolitano zeigten mehr Mitgefühl und spendeten dem Torhüter bei seiner Auswechselung tröstenden Applaus.
Loris Karius weiß, wie sehr ein Spiel die komplette Karriere ins Wanken bringen kann
Wie sehr solche Abende eine Karriere komplett ins Wanken bringen können, zeigt das Beispiel vom deutschen Torhüter Loris Karius (32), der angeschlagen mit einer Kopfverletzung im Champions-League-Finale mit dem FC Liverpool gegen Real Madrid 2018 zweimal patzte, die Reds unterlagen mit 1:3.
Es war das letzte Königsklassen-Spiel seiner Karriere, erst jetzt beim FC Schalke 04 blüht der Keeper in der 2. Bundesliga wieder so richtig auf, muss aber aktuell mit Rückenproblemen pausieren. Bleibt zu hoffen, dass Antonín Kinsky viel Unterstützung erfährt, um diesen Abend zu verarbeiten.
Titelfoto: JAVIER SORIANO / AFP
