Newcastle upon Tyne (England) - Drittligafußball statt Champions League! Ein spanischer Fan des FC Barcelona wollte sich am Dienstagabend eigentlich den Achtelfinal-Auftritt seiner Katalanen in der Königsklasse bei Newcastle United anschauen, doch sein Orientierungssinn machte dem Plan einen knapp 600 Kilometer langen Strich durch die Rechnung.
Voller Vorfreude setzte sich der Iberer in London ins Auto, um sich auf den Weg zum St. James' Park im Nordosten Englands zu machen, wie unter anderem BBC berichtet.
Scheinbar vor Ort angekommen, stellte sich der Barça-Anhänger dann auch brav in der Schlange an. Allerdings folgte beim Einlass schließlich das böse Erwachen: Sein Ticket wurde von den Sicherheitskräften leider abgelehnt.
Der Mann stand nämlich gar nicht vor der Heimstätte der "Magpies", sondern vor dem fußballerischen Wohnzimmer des drittklassigen League-One-Vereins Exeter City - satte 589 Kilometer entfernt von Newcastle im Südwesten der Insel.
Zufälligerweise heißt die Arena des Klubs aus der Grafschaft Devon ebenfalls St. James' Park. "Ich dachte sofort, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss", erklärte Exeters Fanbeauftragter Adam Spencer der BBC.
Leider sprach der verirrte Fan kein gutes Englisch, weshalb der Mitarbeiter nicht viel aus ihm rausbekommen habe. So sei immer noch unklar, ob der Spanier zunächst nach London geflogen ist oder in der Hauptstadt wohnt.
Barcelona-Fan bekommt Eintrittskarte für Exeter City geschenkt
Seine Stimmung konnte Spencer aber trotz der Sprachbarriere eindeutig ausmachen: "Er war total niedergeschlagen. Klar, er hat 100 Pfund für sein Ticket bezahlt und dachte, er sieht Lamine Yamal."
Immerhin hatte der "Blaugrana"-Supporter noch Glück im Unglück, denn Exeter City spielte am Dienstagabend ebenfalls, Lincoln City war zu Gast. Und das Mitleid des Fanbetreuers groß genug für eine noble Geste.
Er besorgte dem Mann eine gültige Eintrittskarte, mit der er sich die 0:1-Heimpleite der "Grecians" anschaute, während Barcelona in Newcastle durch einen späten Yamal-Treffer per Elfmeter ein 1:1-Unentschieden ergatterte.
"Er war wirklich traurig und peinlich berührt", erklärte Spencer.
"Ich schätze, er hat einfach St. James' Park in sein Navi eingegeben und ist dann den Anweisungen bis hierher gefolgt."