Nach DFB-Aus: Oliver Baumann mit heftigem Klartext und einer pikanten Andeutung
Heraklion (Kreta/Griechenland) - Angesäuert von der Niederlage mit seiner TSG Hoffenheim zum Auftakt in die Europa League (0:2) auf Kreta hat Torhüter Oliver Baumann (37) am Donnerstagabend nach der Partie seinen Gefühlen freien Lauf gelassen.
Die vergangenen Tage dürften für den Keeper alles andere als leicht gewesen sein, nachdem der neue Bundestrainer Jürgen Klopp (59) ihm erklärt hatte, dass er bei seinem Neuaufbau der DFB-Elf nicht auf ihn setzt.
"Ich weiß es ja schon länger. Ich wusste es schon vorm Stuttgart-Spiel und das war überragend. Ich hatte überhaupt kein negatives Gefühl für dieses Spiel. Die Entscheidung muss ich akzeptieren. Die gefällt mir nicht, das ist ganz klar", sagte Oliver Baumann im Gespräch mit Moderatorin Anna Kraft (40).
Er müsse akzeptieren und respektieren, dass das Trainerteam um Klopp einen anderen Weg einschlage. "Meine ganze Konzentration gilt hier, dass wir hier erfolgreich sind und da haben wir schon am Wochenende jetzt die Chance", blickte der Keeper bereits auf die Partie am Sonntagabend (19.30 Uhr) bei Aufsteiger SC Paderborn voraus.
Baumann war unter Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann (39) am 14. Oktober 2024 im Alter von 34 Jahren zu seinem Debüt zwischen den Pfosten in der deutschen Nationalmannschaft gekommen. Er hielt damals in der Partie gegen die Niederlande in der Nations League (1:0-Sieg).
Oliver Baumann wird zu Julian Nagelsmann deutlich: "War unfassbar"
Anschließend absolvierte er noch zwölf weitere Spiele und schließlich machte Nagelsmann ihn vor der WM zur Nummer eins im deutschen Tor, nachdem Manuel Neuer (40) eigentlich aus der DFB-Elf zurückgetreten war und Marc-André ter Stegen (34) verletzt ausfiel.
Doch kurz vor der WM holte Nagelsmann Neuer zurück und degradierte Oliver Baumann, der dennoch zum Team hielt und als Nummer zwei mit in die USA reiste. Von Anna Kraft wurde der Torhüter am Donnerstagabend dann gefragt, ob er zurückblickend jemals das Gefühl gehabt hätte, eine richtig ehrliche Chance im deutschen Tor erhalten zu haben. "Das muss doch jetzt so richtig weh tun, auch wenn sie es schon ein paar Tage wussten", wollte Kraft wissen.
"Ich muss sagen, das im Sommer tat deutlich mehr weh, wie das gelaufen ist. Das war unfassbar. Auch nicht nur aus einer Richtung tatsächlich", erklärte der Torhüter, ohne dabei ins Detail zu gehen, was er damit genau meint.
"Ich wusste ja nicht, wo ich dran bin jetzt. Jetzt hat es Jürgen so entschieden, und das muss man akzeptieren", so Baumann, der damit noch einmal verdeutlichte, dass der Vertrauensbruch durch Julian Nagelsmann wesentlich schwerer wog. Der Keeper stand seit dem 3. September 2020 unter Jogi Löw (66) und Hansi Flick (61) zahlreiche Male im Kader der Auswahl, kam aber nie zum Einsatz.
Erst Nagelsmann gab ihm die Chance. Ob Baumann nun jemals in die DFB-Elf zurückkehren wird, ist offen. Jürgen Klopp nominierte für die kommenden vier Spiele in der Nations League einen 44-Mann starken Kader, bei dem ter Stegen, Alexander Nübel (29, Besiktas Istanbul), Jonas Urbig (23, FC Bayern München), Finn Dahmen (28, FC Augsburg) und Noah Atubolu (24, Eintracht Frankfurt) fürs deutsche Tor vorgesehen sind.
Titelfoto: ALEXANDER HASSENSTEIN / GETTY IMAGES VIA AFP

