USA - Mit dieser Taktik-Debatte hätte vor einiger Zeit wohl auch noch niemand gerechnet: Nach dem Ausscheiden der englischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2026 hatte sich US-Präsident Donald Trump (80) höchstpersönlich zur Spielweise der "Three Lions" geäußert. Jetzt antwortete Nationalcoach Thomas Tuchel (52).
"Sie ziehen wirklich Donald Trump als Ihren Hauptzeugen heran?", erwiderte der deutsche Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel um Platz drei gegen Frankreich am Samstagabend (23 Uhr) auf die Frage eines Journalisten.
Zuvor hatte das Staatsoberhaupt des Co-Gastgebers die englische Herangehensweise bei der 1:2-Halbfinalpleite gegen Argentinien im Rahmen eines FIFA-Events mit Gianni Infantino (56) kritisiert.
Die "Three Lions" gingen in der 55. Minute durch Anthony Gordon (25) zwar in Führung, stellten sich anschließend aber tief hinten rein und kassierten kurz vor Schluss einen Doppelschlag durch Enzo Fernandez (25, 85. Minute) und Lautaro Martinez (28, 90.+2).
"England hat einen großartigen Spieler, mit dem ich Golf spiele, Harry (Kane, Anm. d. Red.)", erklärte Trump. "Ich glaube, sie haben vielleicht einen Fehler gemacht, als sie ihn zu einem Defensivspieler gemacht haben."
"Was weiß ich schon über Fußball, aber sie haben ihren besten Spieler genommen und ihn in die Defensive gestellt", analysierte der US-Präsident. "Das war etwas ungewöhnlich."
Thomas Tuchel geht auf die Kritik von Donald Trump ein
Trotz der zunächst harschen Antwort auf die Nachfrage erläuterte Tuchel seine Idee dann aber doch noch und ging auf die Kritik des Politikers ein.
"Wir haben in einem tiefen Block verteidigt. So macht man das eben, wenn man in einem Block verteidigt", meinte der 52-Jährige. "Wir verteidigen zu zehnt und zu elft. Und wenn wir in einen tiefen Block zurückgedrängt werden, verteidigen alle in einem tiefen Block."
Unabhängig von Trump, dessen Expertise in Sachen Fußball sicherlich bezweifelt werden darf, nahm der deutsche Übungsleiter das Aus im WM-Halbfinale aber auf seine Kappe.
"Ich übernehme die Verantwortung. Falls es einfacher ist, wenn jemand die Schuld übernimmt, dann mache ich das, kein Problem", so der gebürtige Krumbacher.
"Es ist eine sehr schmerzhafte Niederlage und in erster Linie müssen wir mit dieser Niederlage leben. Nicht die Kritiker, nicht die Experten, nicht unsere Familienangehörigen, die ebenfalls mit uns leiden und nur das Beste für uns wollen, sondern wir selbst", sagte Tuchel.