Hass nagt an ihrer Gesundheit: Deutsche Trainerin nach Wut-Interview "rassistisch beleidigt"!

Bern (Schweiz) - Mit ihrem Wut-Interview nach dem Schweizer Pokalfinale hat die deutsche Trainerin Imke Wübbenhorst (35) bei vielen Fans innerhalb kürzester Zeit Kultstatus erlangt, doch der emotionale Ausbruch führte auch zu scharfer Kritik und Internet-Hetze. Die hat der ehemaligen Mittelfeldspielerin offenbar sogar körperlich zugesetzt.

Von April bis Dezember 2020 trainierte Imke Wübbenhorst (35, M.) die Männer des damaligen Regionalligisten SF Lotte. (Archivfoto)
Von April bis Dezember 2020 trainierte Imke Wübbenhorst (35, M.) die Männer des damaligen Regionalligisten SF Lotte. (Archivfoto)  © Guido Kirchner/dpa

"Ich wurde rassistisch beleidigt", erklärte die Übungsleiterin der Frauen-Mannschaft vom BSC Young Boys nun im Interview mit Blick.

Einige Nutzer in den sozialen Netzwerken hätten die Ostfriesin nach ihren ungefilterten Worten aufgefordert, das Nachbarland Deutschlands zu verlassen.

Die ausgebildete Sport- und Biologielehrerin konnte die ekelhaften Hass-Kommentare allerdings einordnen: "Wenn ich jeden Rechtschreibfehler rot markiert hätte, wäre auf einen Blick klar gewesen, welches Niveau diese Leute haben", so Wübbenhorst.

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Spurlos sei die große Aufmerksamkeit der vergangenen Tage jedoch nicht an der 35-Jährigen vorbeigegangen: "Ich bin seit zwei Wochen grippekrank und ja, die Geschehnisse von letztem Samstag zehren noch immer an mir."

Gegenwind gab es nämlich nicht nur vom anonymen Social-Media-Mob, sondern auch - viel wichtiger - vom eigenen Klub. "Ich hatte Angst", schilderte die Trainerin ihre Gefühlswelt. "Ich dachte mir: 'Oh nein, was habe ich gemacht?'"

Imke Wübbenhorst entschuldigt sich für ihren Wutausbruch

Seit Sommer 2022 ist Imke Wübbenhorst als Frauen-Cheftrainerin des Schweizer Erstligisten BSC Young Boys im Amt.
Seit Sommer 2022 ist Imke Wübbenhorst als Frauen-Cheftrainerin des Schweizer Erstligisten BSC Young Boys im Amt.  © Daniel Karmann/dpa

Bereits am Montag entschuldigte sich die Coach-Dame in einem ausführlichen Video auf den YB-Vereinskanälen beim Gegner-Team Servette FCCF, dem Schiedsrichterinnen-Gespann sowie dem eigenen Arbeitgeber.

Sie habe nach dem Spiel "aus den Emotionen heraus Dinge gesagt, die man gerade in einer Führungsposition als Trainer nicht sagt".

Allerdings sei sie auch missverstanden worden, wie sie nun anfügte: "Mit widerlich spielender Truppe meinte ich, dass sie eklig waren. Sie haben im Rahmen des Erlaubten alles ausgeschöpft."

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Und auch die Bitte um Verzeihung bei den Unparteiischen zielte wohl eher auf die Form des Gesagten und nicht unbedingt auf den Inhalt ab.

Da fehle Wübbenhorst trotz des klaren Fehlers beim eigentlichen Abseitstor zum 2:1 für den späteren Cup-Gewinner nämlich weiterhin die Einsicht: "Leider hat sie sich dafür bis heute nicht entschuldigt", erklärte die Deutsche.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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