Ausgerechnet für Lazio Rom: Gibt Mussolini-Urenkel bald sein Debüt in der Serie A?

Verona/Italien - Aufgrund akuter Personalsorgen stand am Sonntag erstmals Romano Floriani Mussolini (18), der Ur-Enkel des Diktators Benito Mussolini (†1945), im Kader von Lazio Rom.

Romano Floriani Mussolini (18, l.) im Einsatz für Lazio Rom. Der Abwehrspieler könnte bald sein Profi-Debüt feiern.
Romano Floriani Mussolini (18, l.) im Einsatz für Lazio Rom. Der Abwehrspieler könnte bald sein Profi-Debüt feiern.  © IMAGO / Sportimage

Das bestätigte Trainer Maurizio Sarri (62) vor dem Match gegen Hellas Verona im Marcantonio-Bentegodi-Stadion. Der 18-Jährige saß bei der 1:4-Niederlage der Himmelblauen zum ersten Mal auf der Bank.

Der zweimalige Serie-A-Meister kassierte einen Viererpack von Giovanni Simeone (26), dem Sohn von Star-Coach Diego Simeone (51). Ein zwischenzeitlicher Anschlusstreffer gelang dem ehemaligen Borussia-Dortmund-Stürmer Ciro Immobile (31).

Für eine Einwechslung hat es trotz der Ausfälle von Luiz Felipe (24) und Francesco Acerbi (33) wegen Rotsperren noch nicht gereicht, aber das Talent reiste mit in die norditalienische Region Venetien. Seine Premiere steht kurz bevor.

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Der Rechtsverteidiger unterzeichnete im März einen Profivertrag bis 2023 bei den Hauptstädtern, kommt aber hauptsächlich für die U19-Auswahl zum Einsatz.

Die Nominierung hat dabei durchaus einen Beigeschmack: Die Laziali fielen in der Vergangenheit häufiger durch die Verehrung des faschistischen Führers auf.

Die mittlerweile aufgelöste Fangruppierung "Irriducibili" sorgte mit rassistischen und antisemitischen Rufen für Skandale, der ehemalige Lazio-Kapitän Paolo Di Canio (53) trägt ein Tattoo mit dem lateinischen Wort "Dux" zu Ehren von Mussolini.

"Il Duce" (Der Führer) war in Italien ab 1925 bis kurz vor Kriegsende 1945 als Diktator an der Macht.

Familie Mussolini immer noch in der Politik, Romano Floriani konzentriert sich auf Lazio Rom

Die Mutter des jungen Römers und Enkelin vom "Duce": Alessandra Mussolini (58) im Europaparlament 2014. (Archivfoto).
Die Mutter des jungen Römers und Enkelin vom "Duce": Alessandra Mussolini (58) im Europaparlament 2014. (Archivfoto).  © Patrick Seeger/epa/dpa

Auch die restliche Familie des jungen Kickers sorgte schon in der Öffentlichkeit für Furore. So gründete seine Mutter, Alessandra Mussolini (58), 2003 die Partei Azione Sociale.

Die ehemalige Schauspielerin bekannte sich öffentlich zum Rechtsradikalismus und sei "stolz darauf, eine Faschistin zu sein", wie Sport 1 berichtete.

Auch die Tante des Verteidigers ist in der Politik. Rachele Mussolini (47) wurde erst Anfang Oktober als Stadträtin in Rom wiedergewählt. Sie ist Mitglied der extrem rechten Partei Fratelli d’Italia und erzielte das beste Stimmenergebnis in der italienischen Hauptstadt.

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Der sportliche Urenkel selbst möchte jedoch nicht unbedingt durch seinen Namen Berühmtheit erlangen. "Bei Lazio werde ich nur danach bewertet, wie ich spiele, nicht nach meinem Nach­namen", sagte er il Messaggero.

Es wäre dem Nachwuchsspieler zu wünschen, dass er bald nur noch fußballerisch Aufmerksamkeit erregt.

Titelfoto: IMAGO / Sportimage

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