Bundesliga-Star verhöhnt Kult-Fan und entschuldigt sich

Rabat (Marokko) - Michel Kuka Mboladinga begeisterte beim Afrika-Cup unzählige Fan-Kollegen und TV-Zuschauer als "Lumumbua Vea" - also lebendes Denkmal für Freiheitskämpfer Patrice Lumumba. Stoisch mit erhobenem Arm stand er bei den Spielen seiner Demokratischen Republik Kongo auf der Tribüne. Doch nach dem Aus im Achtelfinale ließ sich ein Gegner zu einer höhnischen Geste hinreißen.

Michel Kuka Mboladinga ging bereits vor dem Jahreswechsel vor allem in den afrikanischen Medien mit seiner Denkmal-Geste viral.
Michel Kuka Mboladinga ging bereits vor dem Jahreswechsel vor allem in den afrikanischen Medien mit seiner Denkmal-Geste viral.  © GABRIEL BOUYS / AFP

Fast 120 Minuten regte sich der Kult-Anhänger im Stade Moulay Hassan am Dienstagabend nicht, doch nachdem Adil Boulbina (22) Algerien mit seinem 1:0-Siegtor in der 119. Minute in die nächste Runde und DR Kongo damit aus dem Turnier geschossen hatte, flossen selbst beim menschlichen Monument die Tränen.

Zu allem Überfluss streute Angreifer Mohamed Amoura (25) vom VfL Wolfsburg dann auch noch ordentlich Salz in die Wunde. Der Bundesliga-Star stellte sich nach dem Erfolg nämlich demonstrativ vor den Block der "Leoparden", wie die kongolesische Nationalelf auch genannt wird, und ahmte Mboladinga nach.

Dabei hob der Wölfe-Profi zunächst seinen rechten Arm, hielt dann ebenfalls kurz regungslos inne, ehe er sich besiegt nach hinten auf den Boden fallen ließ.

Bruchlandung auf dem Nacken: Akrobatik-Jubel geht komplett schief
Fußball International Bruchlandung auf dem Nacken: Akrobatik-Jubel geht komplett schief

Bei den Nutzern in den sozialen Netzwerken kam die hämische Aktion gar nicht gut an. Viele kritisierten die Jubelpose als respektlos, insbesondere im Hinblick auf den historischen Kontext.

Mohamed Amoura entschuldigt sich für Pose nach Achtelfinal-Sieg beim Afrika-Cup

Mohamed Amoura (25) steht mit Algerien im Viertelfinale des Afrika-Cups.
Mohamed Amoura (25) steht mit Algerien im Viertelfinale des Afrika-Cups.  © GABRIEL BOUYS / AFP

Lumumba gründete die erste Unabhängigkeitsbewegung der damals noch belgischen Kolonie und trat am 30. Juni 1960 sein Amt als erster Premierminister des Kongo an.

Am 17. Januar 1961 wurde der Freiheitskämpfer jedoch von Soldaten unter belgischem Kommando erschossen, später sogar noch einmal ausgegraben und in Säure aufgelöst. Er gilt bis heute als der wohl größte Nationalheld des zentralafrikanischen Landes.

Zu seinen Ehren mimt Mboladinga die lebende Statue und möchte damit eine positive Botschaft an Spieler und Landsleute senden. "Was ich mache, freut alle Kongolesen. Ich gebe auch den Spielern Kraft, wenn sie mich sehen. Damit sie gewinnen", sagte der Kult-Fan in einem Interview.

Er wurde Meister mit dem HSV: England-Legende Kevin Keegan hat Krebs
Fußball International Er wurde Meister mit dem HSV: England-Legende Kevin Keegan hat Krebs

Amoura hat sich auf Instagram inzwischen für seine Aktion entschuldigt: "Ich möchte etwas klarstellen: Ich wusste zum besagten Zeitpunkt nicht, wen oder was die Person auf der Tribüne darstellte. Ich wollte einfach nur einen Scherz machen, ohne böse Absicht oder den Wunsch, jemanden zu provozieren", schrieb der 25-Jährige in seiner Story.

"Ich respektiere den Kongo und seine Mannschaft", fügte der Wolfsburger an. "Falls meine Geste missverstanden wurde, bedauere ich das aufrichtig."

Titelfoto: Bildmontage: GABRIEL BOUYS / AFP, Screenshot/X/DZFOOTBALLDZ

Mehr zum Thema Fußball International: