Lasogga-Schwager muss wegen rassistischer Beleidigung nachsitzen!

Philadelphia (USA) - Benimmunterricht für Kai Wagner (26)! Der Linksverteidiger von Philadelphia Union soll einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben und wurde dafür nun von der US-amerikanischen Profiliga MLS gesperrt. Außerdem muss er sich einem Erziehungsprogramm unterziehen.

Seit 2019 kickt Kai Wagner (26) in der MLS bei Philadelphia Union. Jetzt muss er aber erstmal zuschauen.
Seit 2019 kickt Kai Wagner (26) in der MLS bei Philadelphia Union. Jetzt muss er aber erstmal zuschauen.  © Tim Nwachukwu/Getty Images/AFP

Der deutsche Legionär ist wegen des Verstoßes gegen die Anti-Diskriminierungs-Richtlinien der Liga zu einer Sperre von insgesamt drei Partien verdonnert worden, wie aus einem Statement der MLS hervorgeht.

Die Strafe tritt umgehend in Kraft, wodurch er seinem Klub im zweiten Play-off-Match gegen New England Revolution am heutigen Mittwoch (Ortszeit) sowie in den beiden darauffolgenden Partien - gegebenenfalls saisonübergreifend - fehlen wird.

Darüber hinaus muss der Abwehrmann an einem vorgeschriebenen Erziehungs- und Verhaltenstraining teilnehmen, das sogar bereits begonnen hat.

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Nach Angaben der MLS habe sich Wagner bei der Aufarbeitung des Vorfalls einsichtig gezeigt und vollumfänglich kooperiert. Zudem sei er bereit, am Wiedergutmachungsprozess teilzunehmen und akzeptiere die auferlegten Maßnahmen, was sich mildernd auf die Entscheidung der Liga ausgewirkt habe.

Dem Schwager des früheren HSV-Stürmers Pierre-Michel Lasogga (31) wurde vorgeworfen, seinen Gegenspieler Bobby Wood (30) am 28. Oktober im ersten Spiel gegen New England anti-asiatisch beschimpft zu haben.

Kai Wagner entschuldigt sich für sein Verhalten

Bobby Wood (30, M.) und Kai Wagners Schwager Pierre-Michel Lasogga (30, l.) spielten in der Saison 2016/17 gemeinsam beim HSV.
Bobby Wood (30, M.) und Kai Wagners Schwager Pierre-Michel Lasogga (30, l.) spielten in der Saison 2016/17 gemeinsam beim HSV.  © Sina Schuldt/dpa

Die beiden Kicker waren in der 87. Minute der Begegnung aneinandergeraten, woraufhin dem 26-jährigen Defensivakteur unschöne Worte auf Deutsch herausgerutscht sein sollen.

Der Angreifer mit japanischen Wurzeln hat jedoch selbst jahrelang in Deutschland gespielt, die Verunglimpfung daher verstanden und den Schiedsrichter informiert. Anschließend leitete die MLS eine Untersuchung ein.

Besonders brisant: Wood ging hierzulande nicht nur für den TSV 1860 München, Hannover 96, Erzgebirge Aue und den 1. FC Union Berlin, sondern auch für den HSV auf Torejagd und spielte in dieser Zeit sogar mit Wagners Schwager Lasogga zusammen.

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Auf Instagram äußerte sich der Außenverteidiger inzwischen auch selbst zu dem Zwischenfall: "Die letzten Tage waren für mich und meine Familie sehr schwierig. Ich habe im Eifer des Gefechts etwas gesagt, das ich zutiefst bereue."

Und er fügte an: "Ich entschuldige mich aufrichtig dafür und werde daran arbeiten, mich und mein Verhalten zu verbessern. Das steht nicht dafür, wer ich bin."

Philadelphia gewann die Partie am Ende mit 3:1 und könnte mit einem weiteren Sieg in die nächste Runde einziehen.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa, Tim Nwachukwu/Getty Images/AFP

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