Llanera (Spanien) - Großes Kopfschütteln in Spanien! Beim unterklassigen Fußballspiel zwischen UD Llanera B und CD San Luis ging ein Spieler plötzlich auf Schiedsrichter José Antonio Berdasco González los. So weit, so schlimm. Doch sein Klub stellte sich anschließend auch noch demonstrativ hinter den Prügler.
Am Sonntagmorgen entfaltete sich auf einem kleinen Platz in Asturien ein handfester Skandal: Nach einem Elfmeterpfiff gegen sein Team griff San-Luis-Kicker José Guillermo Álvarez Esteban den Referee an, stieß ihn zu Boden und trat dann sogar auf ihn ein, wie unter anderem der Radiosender Cadena SER berichtete.
Die eigenen Mitspieler mussten den aufgebrachten Amateurfußballer schließlich zurückhalten, während sich andere Kollegen um den Unparteiischen kümmerten.
Statt des Rausschmisses warteten daraufhin jedoch verständnisvolle Worte seines Vereins auf den Rüpel: "Club Deportivo San Luis verurteilt die Aggression unseres Spielers Nr. 4 gegenüber dem Schiedsrichter nicht, da wir der Ansicht sind, dass die Schiedsrichterentscheidungen, die wir im heutigen Spiel hinnehmen mussten, solches Verhalten begünstigen", hieß es in einem ersten Statement.
"Wir stehen hinter unserem Spieler, der ein unverzichtbarer Bestandteil des Vereins ist und daher nicht suspendiert wird", stellte San Luis außerdem klar.
Die spanischen Verbände sind von der Reaktion des Klubs empört
Beim spanischen Fußballverband RFEF und dem Technischen Schiedsrichterverband des Landes (CTA) kam die Rechtfertigung verständlicherweise gar nicht gut an. Das zuständige Komitee sei "zutiefst empört".
"Die Tat selbst ist inakzeptabel, ebenso wie die anschließende Reaktion des Vereins des Angreifers, der die Handlungen seines Spielers nicht verurteilte und dessen Gewalt sogar rechtfertigte", erklärte der Verband in einer Mitteilung.
Asturiens lokaler Fußballverband bezeichnete die erste Stellungnahme als "schwere Verantwortungslosigkeit", die zur Gewalt gegen Schiedsrichter "anstiftet und diese legitimiert".
Inzwischen ist San Luis zurückgerudert - und hat sich dabei um 180 Grad gedreht. Der bisherige Generalsekretär des Klubs und Statement-Verfasser Alejandro Blanco González wurde von seinem eigenen Vater, dem Vereinspräsidenten José Luis Blanco Antón, kurzerhand entlassen.
"Wir verurteilen die Gewalt gegen den Schiedsrichter und werden entsprechende Maßnahmen ergreifen", hieß es in einer zweiten Stellungnahme.