Neuer Sieger zwei Monate später: Senegal wird nach Skandal-Spiel der Afrika-Cup-Titel aberkannt!

Kairo (Ägypten) - Vor zwei Monaten sicherte sich der Senegal in einem skandalösen Finale gegen Marokko im Afrika-Cup. Jetzt, wo der Wirbel endlich etwas abgeflacht ist, gießt das Berufungsgericht des afrikanischen Verbands CAF wieder Öl ins Feuer: Es gibt dem Einspruch Marokkos statt und wertet das Endspiel mit einem 3:0-Sieg für den Gastgeber! Der Senegal verliert den Titel, Marokko ist neuer Afrika-Cup-Sieger.

Der Senegal krönte sich im Januar zum Afrika-Cup-Sieger. Dieser Titel wurde dem Team zwei Monate später nun aberkannt.  © Youssef Loulidi/AP/dpa

Es war eines der skandalträchtigsten Spiele der jüngeren Fußballgeschichte: Am 18. Januar musste das Duell zwischen dem Senegal und Marokko aufgrund einiger fragwürdiger Schiedsrichter-Entscheidungen beinahe abgebrochen werden, weil die senegalesische Mannschaft nach Aufforderung ihres Trainers Pape Thiaw (45) das Feld fast geschlossen verlassen hatte.

Erst nach rund zehn Minuten tauchte das Team auf das Drängen von Ex-Bayern-Star Sadio Mané (33) hin wieder aus den Katakomben auf und entschied das Match im Anschluss mit 1:0 in der Verlängerung für sich.

Gegen das Verlassen des Platzes hatte Marokko Einspruch eingelegt, dieses sei als Aufgabe zu werten.

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Während der afrikanische Verband lediglich heftige Geldstrafen gegen beide Parteien verhängt, das sportliche Ergebnis jedoch unangetastet gelassen hatte, folgte das Berufungsgericht jetzt der marokkanischen Darstellung, ernannte den Gastgeber nachträglich zum Sieger und reduzierte zudem auch noch die Geldstrafen für Marokko.

Das senegalesische Team habe nach Artikel 82 und 84 des Afrika-Cup-Regelwerks mit dem Verlassen des Platzes das Spiel aufgegeben, weshalb die Partie mit dem 3:0-Sieg für Marokko zu werten sei, urteilte das Berufungsgericht.

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Afrika-Cup: Senegal will gegen Entscheidung des Berufungsgerichts vorgehen

Auf wie neben dem Platz ging es hitzig zwischen Marokko und dem Senegal zu.  © Mosa'ab Elshamy/AP/dpa

Vorbei ist die Geschichte aber noch nicht: Der Senegal kündigte umgehend an, gegen das Urteil vorzugehen und vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen. Die Entscheidung sei "eine Schande für Afrika", sagte Senegals Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow (55): "Wir haben das Recht auf unserer Seite."

Dem Senegal war zunächst ein wohl reguläres Tor wegen eines zu frühen Pfiffs aberkannt worden, kurze Zeit später kam es dann zu einem ebenfalls mehr als fragwürdigen Elfmeterpfiff gegen den späteren Sieger, woraufhin sich die Mannschaft in die Kabine verzog.

Auch abseits des Sportlichen lief die Partie völlig aus dem Ruder, die marokkanischen Balljungen klauten dem senegalesischen Torwart ständig das Handtuch, es kam zum Platzsturm durch zahlreiche Zuschauer. Im Anschluss wurden aus dem Senegal gar Vorwürfe laut, mehrere Spieler aus den eigenen Reihen seien vor der Partie vergiftet worden.

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Nun geht der Streit in die nächste Runde - wann mit einer Entscheidung des CAS zu rechnen ist, ist noch völlig unklar.

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