Regio-Reform: Droht jetzt die Zerschlagung der NOFV-Staffel?

Frankfurt/M. - Die AG Regionalliga-Reform hat einstimmig die Reduzierung von fünf auf vier Staffeln auf den Weg gebracht und kommt somit der Forderung von Vereinen und Fans "Meister müssen aufsteigen" nach. Sie bringt aber überraschendweise plötzlich zwei Modelle zur Abstimmung.

Zum Ostderby am Sonntag zwischen dem Chemnitzer FC und Carl Zeiss Jena (4:1) wiesen Teams und Fans noch einmal auf die Dringlichkeit der Reform hin.  © picture point/Sven Sonntag

Schon im Vorfeld heiß diskutiert wurde das "Kompass-Modell". Hierbei würden die vier Staffeln in jeder Saison aus allen Regionalligisten im Grunde anhand der Entfernungen gebildet werden - mit Hilfe der KI. Derbys wie Chemnitz - Zwickau oder Jena - Erfurt sollen dabei erhalten bleiben. 

Noch nicht diskutiert wurde das "Regionenmodell": Hier würden aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehend blieben. Dieses Modell wird jetzt ebenfalls zur Abstimmung gebracht.

Der Grund, weshalb es noch nicht diskutiert wurde: Diese Idee gab es bereits 2018 einmal und wurde verworfen, weil es die Zerschlagung unserer NOFV-Staffel zur Folge hätte. Aus geographischen Gesichtspunkten würden die bayerischen Vertreter mit den sächsischen und thüringischen Vereinen in einer Staffel spielen, die Brandenburger, Berliner und Mecklenburger aber in die Nord-Staffel wandern.

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Den NOFV würde es in dieser Form nicht mehr geben. Wenn man bedenkt, dass die Vereine unseres Verbandes die Reform angeschoben haben, wäre das ein Affront. Auf der anderen Seite: Die traditionsreichen Derbys würden auch hier bleiben.

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NOFV müsste bis Umsetzung der Reform noch zweimal in den sauren Apfel der Relegation beißen

Dr. Michael Vesper ist der Vorsitzende der AG Regionalliga-Reform.  © Bernd Thissen / dpa / dpa

Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. Qualifikationssaison wäre in diesem Fall die Spielzeit 2027/2028.

Heißt auch: Der NOFV müsste noch zweimal in den sauren Apfel der Relegation beißen - in dieser Saison und 2027/2028. In der kommenden Saison steigt der NOFV-Meister direkt auf. 

Der Vorsitzende der AG Regionalliga-Reform, Dr. Michael Vesper: "Wir wollten konkrete Lösungsvorschläge vorlegen, mit denen die zuständigen Gremien der Verbände arbeiten und umgehen können. Ich freue mich, dass uns das gelungen ist. Jetzt geht es in die weitere Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der betroffenen Vereine."

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