Schwuler Fan-Vertreter mit klarer Botschaft an Katar: "Verschwinden Sie aus dem Fußball!"

Frankfurt am Main - Am 20. November ist es so weit - die Winter-Weltmeisterschaft im Wüstenstaat Katar beginnt mit dem Eröffnungsspiel des Gastgebers gegen Ecuador. Im Vorfeld kam es in den Hallen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag zu einem Menschenrechtskongress, in dessen Rahmen Fan-Vertreter Dario Minden einen flammenden Appell in Richtung des anwesenden katarischen Botschafters richtete.

Unter den Gästen beim Menschenrechtskongress des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war auch der katarische Botschafter Abdulla Bin Mohammed bin Saud Al-Thani (62).
Unter den Gästen beim Menschenrechtskongress des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) war auch der katarische Botschafter Abdulla Bin Mohammed bin Saud Al-Thani (62).  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Zu Wort kommen sollten auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main vor allem Vertreter von Fan- und Ultra-Gruppierungen. Aber auch die Polit-Prominenz, Gewerkschafter und unabhängige Organisationen machten ihrem Unmut über die teils menschenunwürdigen Bedingungen im nächsten Gastgeberland des weltweit größten Fußballereignisses deutlich wie selten zuvor Luft.

Besonders ergreifend wurde es schließlich, als sich Minden, zweiter Vorsitzender der Vereinigung "Unsere Kurve e. V. Frankfurt", auf die Bühne begab und im Laufe seiner Rede plötzlich ins Englische wechselte.

Den Grund hierfür sollte man noch früh genug erfahren. Denn unter den geladenen Gästen befand sich auch Katars Botschafter, Abdulla Bin Mohammed bin Saud Al-Thani (62) - und dem verpasste Minden einen gewaltigen, verbalen Denkzettel.

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Der schwule Fan-Vertreter hielt ein flammendes Plädoyer für die Rechte der LGBTQ+-Community und prangerte die derzeitig vorherrschenden Bedingungen im Wüstenstaat klar an.

"Fußball ist für jeden da. Es spielt keine Rolle, ob du lesbisch oder schwul bist. Es ist für alle da, für die Jungen, für die Mädchen und alle dazwischen", so nur ein Auszug aus Mindens Ansprache. Doch er wurde im Laufe seiner Ausführungen noch konkreter.

Dario Mindens flammender Appell an den Katar-Botschafter im Video

Immer wieder gab es in Fußballstadien rund um den Globus Proteste rund um die Katar-WM

Auch während der Europameisterschaft 2020 gab es immer wieder Proteste von Fans gegen die queerfeindliche Gesetzgebung in Katar.
Auch während der Europameisterschaft 2020 gab es immer wieder Proteste von Fans gegen die queerfeindliche Gesetzgebung in Katar.  © Nick Potts/PA Wire/dpa

Während er aus seiner eigenen Sicht Katar als Teil der Fußballgemeinschaft und natürlich auch als Gastgeber der WM Tür und Tor öffnete, stellte er zeitgleich klar: "Ich bin ein Mann, und ich liebe Männer. Ich habe Sex mit anderen Männern. Das ist normal. Gewöhnen Sie sich daran oder verschwinden Sie aus dem Fußball."

In Katar gilt Homosexualität auch heute noch als schweres Verbrechen, das mitunter mit der Todesstrafe sanktioniert wird. Für den Frankfurter Fan-Vertreter konnte es angesichts dieser Umstände in Richtung des Botschafters schließlich nur eines heißen:

"Schaffen Sie die Todesstrafe ab. Schaffen Sie alle Strafen ab, die mit sexueller Identität zu tun haben."

Titelfoto: Montage: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa, Nick Potts/PA Wire/dpa

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