Nahtod und Herzstillstand im Fußball: "sportstudio reportage" über den "Fall Eriksen"

Mainz - In der Ausgabe am kommenden Samstag (23 Uhr) widmet sich die "sportstudio reportage" dem "Fall Eriksen" und wie die Fußballszene seitdem mit dem Thema Herzstillstand und Nahtod umgeht.

Nach einem Herzstillstand war Christian Eriksen (30) am 12. Juni 2021 beim EM-Spiel der dänischen Nationalmannschaft gegen Finnland zusammengebrochen.
Nach einem Herzstillstand war Christian Eriksen (30) am 12. Juni 2021 beim EM-Spiel der dänischen Nationalmannschaft gegen Finnland zusammengebrochen.  © dpa/AP Pool/Martin Meissner

Wer diese Szenen am 12. Juni 2021 gesehen hat, der wird sie nicht mehr vergessen. Beim Gruppenspiel der dänischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Finnland war Mittelfeldspieler Christian Eriksen (30) kurz vor dem Pausenpfiff plötzlich ohne Einwirkung eines Gegners zusammengebrochen.

Ärzte spurteten auf das Feld, fassungslos umringten die Spieler ihren leblosen Kollegen. Mit Planen wurde das weitere Geschehen abgehängt. Eriksen hatte einen Herzstillstand erlitten. Nur das rasche Eingreifen der Ärzte rettete ihm das Leben.

Heute spielt Christian Eriksen wieder Fußball für den FC Brentford in der Premier League und die dänische Nationalmannschaft - mit einem Defibrillator in der Brust.

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Die "sportstudio reportage" versucht nun herauszufinden, was die Fußballbranche aus dem Zusammenbruch Eriksens gelernt hat, und geht der Frage nach, ob Fußballer besonders anfällig für Herzprobleme sind.

Jetzt spielt Christian Eriksen wieder für den FC Brentford in der Premier League und für die dänische Nationalmannschaft - mit einem Defibrillator in der Brust.
Jetzt spielt Christian Eriksen wieder für den FC Brentford in der Premier League und für die dänische Nationalmannschaft - mit einem Defibrillator in der Brust.  © dpa/PA Wire/Tim Goode

Auch Daniel Engelbrecht war auf dem Fußballplatz plötzlich zusammengebrochen

Es kommen Spieler zu Wort, die selbst mit einer Herzerkrankung zu kämpfen hatten. Auch Teamkollegen, Ärzte, Trainer und Manager berichten von ihren Erfahrungen, heißt es in der Ankündigung des ZDF.

Unter anderem wird der ehemalige Fußballprofi Daniel Engelbrecht (31) seine Geschichte erzählen. Er erlitt während seiner aktiven Karriere mehrmals einen Herzstillstand. So am 20. Juli 2013, als er im Trikot der Stuttgarter Kickers in der Partie gegen Rot-Weiß Erfurt wie Eriksen plötzlich umfiel.

Bei ihm wurden eine Herzmuskelentzündung und chronische Herzrhythmusstörungen diagnostiziert. Mit einem Defibrillator im Körper spielte auch er weiter, ehe er im Sommer 2017 erneut Herzprobleme bekam und seine Karriere beendete.

Daniel Engelbrecht (31) zeigt 2014 seinen Herzmuskelprotektor. Nach einer Herzmuskelentzündung spielte auch Engelbrecht noch einige Jahre mit einem implantierten Defibrillator.
Daniel Engelbrecht (31) zeigt 2014 seinen Herzmuskelprotektor. Nach einer Herzmuskelentzündung spielte auch Engelbrecht noch einige Jahre mit einem implantierten Defibrillator.  © dpa/Daniel Maurer

Lutz Pfannenstiel wäre nach dem Zusammenprall mit einem anderen Spieler fast auf dem Platz gestorben

Der ehemalige Torhüter und heutige Fußball-Funktionär Lutz Pfannenstiel (49) hatte 2002 nach einem Zusammenprall mit einem anderen Spieler ebenfalls einen Herzstillstand erlitten.
Der ehemalige Torhüter und heutige Fußball-Funktionär Lutz Pfannenstiel (49) hatte 2002 nach einem Zusammenprall mit einem anderen Spieler ebenfalls einen Herzstillstand erlitten.  © dpa/Christophe Gateau

Außerdem wird der ehemalige Torhüter und heutige Fußballfunktionär und ZDF-Experte Lutz Pfannenstiel (49) von seiner Nahtod-Erfahrung berichten und wie diese ihn veränderte.

Während seines Engagements beim unterklassigen englischen Verein Bradford Park Avenue hatte Pfannenstil 2002 nach dem heftigen Zusammenprall mit einem anderen Spieler ebenfalls einen Herzstillstand erlitten.

Auch soll betrachtet werden, wie es um solche gesundheitlichen Fragen im Amateurfußball steht, wo die Spieler eben nicht unter ständiger professioneller ärztlicher Beobachtung stehen.

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Die "sportstudio reportage" mit dem Titel "Tragödie auf dem Rasen - Risikofaktor Herz und der Fall Eriksen" zeigt das ZDF am 18. Juni um 23 Uhr. Bereits am Samstag um 10 Uhr steht der Film von Albrecht Knechtel in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.

Titelfoto: dpa/AP Pool/Martin Meissner

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