Saint-Étienne (Frankreich) - Folgt nun der ganz große Knall? In Frankreich bahnt sich die nächste Eskalation im Dauerstreit zwischen Staat und Fußballfans an.
Die Ultras des Zweitligisten AS Saint-Étienne sind abermals ins Visier des Innenmnisteriums geraten, berichten mehrere Medien unter Verweis auf Quellen innerhalb des Vereins.
Demnach drohe den beiden Gruppen "Magic Fans" und "Green Angels", wie schon im vergangenen Jahr, die Zwangsauflösung sowie ein Ausschluss aus den Stadien. Die Regierung stütze sich dabei auf mehrere Gewaltvorfälle aus der jüngeren Vergangenheit.
Nun sei laut der Zeitung "Le Pays" für den 13. April eine Anhörung vor der Nationalen Beratungskommission zur Prävention von Gewalt bei Sportveranstaltungen geplant. Eine offizielle Stellungnahme des Klubs liegt bislang nicht vor.
Dass die Behörden ausgerechnet wieder gegen die aktive Fanszene von Saint-Étienne vorgehen, überrascht nicht, denn: Schon im Frühjahr 2025 hatte man vor einer möglichen Auflösung gestanden.
Behörden verfolgen Null-Toleranz-Strategie gegen Ultras
Damals bezogen Verein und Klub-Präsident Ivan Gazidis (61) klar Stellung, stellten "die Rechtfertigung für die gezielte Vorgehensweise gegen diese Gruppen allein" infrage.
Unterstützt wurden sie dabei von insgesamt 129 Ultra-Szenen aus dem ganzen Land, die in einem gemeinsamen Statement ein Verbot verhindern wollten. Das Innenministerium gewährte daraufhin eine Gnadenfrist.
Nun aber droht der Szene, die unter anderem eine Freundschaft mit der aktiven Gruppe "Commando Cannstatt 1997" des Bundesligisten VfB Stuttgart pflegt, ein neuer Anlauf zur Auflösung und unterstreicht damit die harte Linie von Verband und Regierung gegenüber den Ultra-Gruppen.
Diese verfolgen seit Jahren eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber den Kurven, die neben umstrittenen Polizeieinsätzen auch Gästeverbote umfasst.