Kölns Klassenerhalts-Party vermasselt: Heidenheim bastelt am Fußballwunder
Köln - Der 1. FC Heidenheim hat dem 1. FC Köln die Party nach dem Couch-Klassenerhalt vermasselt und arbeitet selbst weiter am kleinen Fußball-Wunder. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt siegte mit 3:1 (2:1) bei den Geißböcken und darf mehr denn je vom Verbleib in der Fußball-Bundesliga träumen.
Von Beginn an ging im RheinEnergieSTADION in Müngersdorf die Post ab. In der achten Spielminute fing der quirlige Arijon Ibrahimovic einen schlampigen Seitenwechsel von Cenk Özkacar ab, ging dann an Isak Bergmann Johannesson vorbei und flankte die Kugel auf den Kopf von Jan Schöppner, der ins kurze Eck einnicken konnte.
Die Domstädter, bei denen Jahmai Simpson-Pusey vor Spielbeginn aus dem Kader gestrichen wurde, zeigten sich nicht geschockt und kamen nur zwei Minuten später zum Ausgleich.
Nach einem Steckpass von Tom Krauß bugsierte Marius Bülter die Kugel an Heidenheims Schlussmann Frank Feller ins Netz (10.).
Noch vor der Pause stellten die Gäste den alten Abstand wieder her. Mit etwas Glück landete der Ball bei Ibrahimovic, der ins lange Eck abschloss. Kristoffer Lund wollte noch für den geschlagenen Marvin Schwäbe retten, doch der Klärungsversuch des Verteidigers landete in den eigenen Maschen (28.).
Der Rückstand für die Geißböcke hätte noch höher ausfallen können, doch Budu Zivzivadze (15.) und Marvin Pieringer (41.) vergaben beste Chancen.
1. FC Köln: Emotionaler Moment für Florian Kainz
Auch im zweiten Spielabschnitt hatten die abstiegsbedrohten Gäste die besseren Möglichkeiten und kamen folgerichtig durch Schöppner, der seinen ersten Bundesliga-Doppelpack erzielen konnte, sogar zum 3:1 (73.)
Und der Treffer war mehr als verdient, denn zuvor vergab man schon beste Chancen. Zunächst traf Pieringer bei einem Konter die falsche Entscheidung (53.), dann setzte Schöppner die Kugel aus aussichtsreicher Position über das Gehäuse (62.), ehe Ibrahimovic an FC-Schlussmann Schwäbe scheiterte (64.).
Die besten Torgelegenheiten für die Mannschaft von Interimstrainer René Wagner, der sich Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung machen darf, hatten Said El Mala, dessen Abschluss aber zu unpräzise war (64.) und Bülter, der an Feller scheiterte (77.).
Emotional wurde es aus Kölner Sicht rund 20 Minuten vor dem Ende, als Florian Kainz, der nach sieben Jahren im Trikot des FC seine Karriere beenden wird, eingewechselt wurde. Auch Dominique Heintz, der den Verein ebenfalls verlassen wird, durfte für wenigen Minuten ran.
Während die Rheinländer den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga sicher haben, hat der 1. FC Heidenheim in der kommenden Woche tatsächlich noch die Möglichkeit, auf den Relegationsplatz zu springen.
Erstmeldung: 17.44 Uhr, Update: 19.26 Uhr.
Statistik zum Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem 1. FC Heidenheim
1. FC Köln - 1. FC Heidenheim 1:3 (1:2)
1. FC Köln: Schwäbe - Sebulonsen, Schmied (71. Castro-Montes), Özkacar (89. Heintz), Lund (89. Niang) - Johannesson, Krauß (59. Waldschmidt), Maina (71. Kainz), Kaminski - Bülter, S. El Mala
1. FC Heidenheim: Feller - Traoré (77. Stergiou), P. Mainka, Föhrenbach, Behrens - Dorsch, Schöppner, Dinkci (84. Kerber), Ibrahimovic (77. Conteh) - Pieringer (89. Schimmer), Zivzivadze (83. Honsak)
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Schöppner (8.), 1:1 Bülter (10.), 1:2 Ibrahimovic (28.), 1:3 Schöppner (73.)
Gelbe Karten: El Mala, Johannesson / Dinkci, Zivzivadze
Titelfoto: Soeren Stache/dpa

