Von Christian Kunz
Augsburg - Der Kölner Frust war nach der Niederlage beim FC Augsburg auf der nächtlichen Heimreise groß. "Wir sind natürlich bedient", sagte Trainer Lukas Kwasniok und mühte nach dem 0:2 den Blick nach vorne.
"Nächste Woche kommt Dortmund, da hast du wieder nichts zu verlieren. Und dann müssen wir halt irgendwann mal gegen einen der Großen punkten, auch wenn uns das bisher noch nicht ganz so häufig gelungen ist. Erst recht nicht am Samstagabend, aber irgendwann ist immer das erste Mal." Der Auftrag sei, "den Fluch zu brechen".
Die Augsburger feierten durch das 2:0 (0:0) in ihrem 500. Spiel in Deutschlands Top-Spielklasse den 150. Sieg und verschärften die Kölner Probleme. "Das war jetzt kein Zuckerschlecken für die Zuschauer. Eigentlich ein klassisches Freitagabend-0:0-Spiel", sagte der FC-Trainer. "Jetzt ist ja klar, dass der Druck etwas größer wird. Das ist doch ganz logisch."
Die Rheinländer haben aus den letzten 15 Spielen nur zwei Siege geholt. Und nun soll gegen den BVB die FC-Ergebniskrise beendet werden.
"Man sieht ja, dass unten die Teams gegen die Großen auch gewinnen können. Und das müssen wir auch: punkten in den ganz entscheidenden Spielen jetzt, in den ganz entscheidenden Wochen", sagte Mittelfeldspieler Tom Krauß.
"Die da unten schlafen nicht, die da unten punkten. Wir haben es heute nicht getan und deswegen müssen wir nächste Woche auf jeden Fall liefern."
El Mala? Kwasniok: "Alles andere wäre verantwortungslos"
Der Kölner Coach bezeichnete die Situation als "herausfordernd". Dass er Starspieler Said El Mala erst für die letzte halbe Stunde brachte, konnte der Coach gut begründen.
"Alles andere wäre verantwortungslos. Eine halbe Stunde war das Maximum der Gefühle", sagte Kwasniok. "Er hat diese Woche einfach nicht trainiert und keinen Sprint gezogen." Er sei "happy" gewesen, dass der Offensivspieler überhaupt zur Verfügung gestanden habe.
Während die Augsburger beim Blick auf die Tabelle mit nun 31 Punkten zumindest erst einmal erleichtert durchatmen dürfen, bleibt es für die Kölner mit nur 24 Zählern auf dem Konto weiter bedrohlich.
"Wir haben zu Beginn performt, haben Spiele gewonnen, die uns jetzt eben nach wie vor die Möglichkeit geben, über dem Strich zu stehen", sagte Kwasniok.
"Aber wir sind keine Menschen, die mit geschlossenen Augen durchs Leben laufen, sondern wir haben die Augen schon offen und wissen, dass wir Spiele gewinnen müssen in der Zukunft. Aber diese Überzeugung, die trage ich in mir."
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Bayern München | 23 | 85:21 | 60 | |
| 2 |
|
Borussia Dortmund | 23 | 49:22 | 52 | |
| 3 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 23 | 49:30 | 46 | |
| 4 |
|
VfB Stuttgart | 23 | 44:32 | 43 | |
| 5 |
|
RB Leipzig | 23 | 44:32 | 41 | |
| 6 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 22 | 43:28 | 39 | |
| 7 |
|
SC Freiburg | 23 | 34:37 | 33 | |
| 8 |
|
Eintracht Frankfurt | 23 | 46:49 | 31 | |
| 9 |
|
FC Augsburg | 24 | 30:41 | 31 | |
| 10 |
|
1. FC Union Berlin | 23 | 29:37 | 28 | |
| 11 |
|
Hamburger SV | 22 | 25:32 | 26 | |
| 12 |
|
1. FC Köln | 24 | 33:41 | 24 | |
| 13 |
|
1. FSV Mainz 05 | 23 | 26:38 | 22 | |
| 14 |
|
Borussia Mönchengladbach | 23 | 26:39 | 22 | |
| 15 |
|
VfL Wolfsburg | 23 | 33:49 | 20 | |
| 16 |
|
FC St. Pauli | 23 | 22:40 | 20 | |
| 17 |
|
SV Werder Bremen | 23 | 23:44 | 19 | |
| 18 |
|
1. FC Heidenheim | 23 | 22:51 | 14 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.