Wegen verstorbenem FC-Köln-Fan (†90): Trainer Lukas Kwasniok bittet um Verzeihung

Köln - Weil er wegen des vor dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim reanimierten und später verstorbenen FC-Anhängers (†90) nicht sein Beileid bekundete, sondern stattdessen auf den wiederholt ausgebliebenen Support der aktiven Fanszene hingewiesen hatte, musste Köln-Trainer Lukas Kwasniok (44) in den vergangenen Tagen viel Kritik einstecken. Nun hat er sich erneut zu Wort gemeldet.

FC-Trainer Lukas Kwasniok (44, Foto) hatte sich nach Meinung einiger Fans zu unsensibel zur Reanimation des später verstorbenen Klubanhängers (†90) geäußert.
FC-Trainer Lukas Kwasniok (44, Foto) hatte sich nach Meinung einiger Fans zu unsensibel zur Reanimation des später verstorbenen Klubanhängers (†90) geäußert.  © Marius Becker/dpa

Er wolle um Entschuldigung bitten, "wenn ich jemandem auf den Schlips getreten bin, etwas missachtet habe oder ähnliches. Das war in keinster Form meine Absicht", beteuert der 44-Jährige am Mittwochnachmittag auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel gegen Augsburg und ergänzt: "Es ist logischerweise das Selbstverständlichste, den Angehörigen mein Beileid auszusprechen und ihnen viel Kraft zu wünschen. Es gibt im Leben nichts Schlimmeres, als einen geliebten Menschen zu verlieren."

Dass er diese Worte nicht schon nach dem 2:2-Unentschieden gegen die Kraichgauer am Samstag gefunden hatte, habe insbesondere an der unklaren Situation nach Schlusspfiff gelegen, führt Kwasniok aus.

Zwar sei ihm wegen des ausbleibenden Supports von der Kölner Südkurve schon während der Partie klar gewesen, dass irgendetwas vorgefallen sei. Die Lage sei aber "relativ unübersichtlich gewesen" und er habe erst später aus den Medien erfahren, dass der 90-jährige Fan verstorben sei.

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Daher habe er direkt nach Abpfiff lediglich thematisieren wollen, dass es für seine Mannschaft ein großer Nachteil sei, wenn von den Rängen nicht die gewohnte Unterstützung kommt. Zumal es in dieser Spielzeit schon öfter der Fall gewesen sei, dass die Fans aus unterschiedlichsten Gründen stumm blieben, zuletzt etwa beim Auswärtsspiel in Stuttgart, bei dem Hunderte FC-Ultras von der Polizei an der Einreise nach Baden-Württemberg gehindert worden waren.

Zwar seien die jeweiligen Gründe für den ausgebliebenen Support für den 44-Jährigen nachvollziehbar. Dennoch habe er darauf hinweisen wollen, "dass wir als 1. FC Köln ohne die Südkurve schwächer sind als mit ihr und wir sie brauchen, um den Klassenerhalt zu schaffen".

Lukas Kwasniok über Brandrede gegen Rassismus von Vincent Kompany: "Wer da eine andere Meinung hat, der hat Lack gesoffen!"

FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany (39) hatte zuletzt in einer Brandrede den noch immer vorherrschenden Rassismus im Fußball thematisiert.
FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany (39) hatte zuletzt in einer Brandrede den noch immer vorherrschenden Rassismus im Fußball thematisiert.  © Sven Hoppe/dpa

Darüber hinaus wurde Kwasniok auch vorgeworfen, die Brandrede gegen Rassismus im Fußball von Bayern-Coach Vincent Kompany (39) für seine eigenen Zwecke instrumentalisiert zu haben, indem er Bezug darauf genommen hatte. Dazu stellt der FC-Trainer klar: "Die Dauer meines Monologs war einzig und alleine der Bezugspunkt zum Monolog von Vincent Kompany."

Der 39-Jährige sei ohnehin ein viel besserer Redner als er und habe zudem über ein Thema gesprochen, "über das es keine zwei Meinungen gibt. Wer da eine andere Meinung hat, der hat Lack gesoffen", betont Kwasniok.

Der Köln-Trainer stellt daher klar: "Diese Themenfelder in irgendeiner Form vermischen zu wollen, das ist dann auch ein bisschen zu viel des Guten."

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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