Union Berlin: 3000 Fans feiern bei bitterer Pleite in Portugal nächste Euro-Party

Braga/Berlin - Europäisches Déjà-vu: Trotz der frenetischen Anfeuerung von Tausenden mitgereisten Fans hat der 1. FC Union Berlin am Donnerstagabend bei Sporting Braga die zweite bittere 0:1-Pleite in der Europa League kassiert.

Union-Coach Urs Fischer (56) zeigte sich nach der Niederlage seiner Mannschaft sehr enttäuscht vom Spielverlauf.
Union-Coach Urs Fischer (56) zeigte sich nach der Niederlage seiner Mannschaft sehr enttäuscht vom Spielverlauf.  © Matthias Koch/dpa

Nach der Auftakt-Heimschlappe gegen Royale Union Saint-Gilloise zeigte sich das Team von Trainer Urs Fischer (56) auf europäischer Ebene zwar verbessert, ließ die ersten Punkte aber wegen mangelnder Chancenverwertung liegen.

"Wir haben zum Teil ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Am Schluss musst du konsequent sein! Das waren wir nicht", analysierte der Schweizer Coach nach Spielschluss.

Besonders in der Anfangsphase der Begegnung hätte das kongeniale Sturmduo Jordan (26) und Sheraldo Becker (27) die Eisernen bereits in Front schießen können.

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"Wir müssen mit den ersten Chancen, die wir haben, in Führung gehen", konstatierte Abwehrchef Robin Knoche (30) folgerichtig nach dem Schlusspfiff.

Als dann der Kopfball des Ex-Bragers Diogo Leite (23) nach einer Ecke auch nur am Pfosten landete, zeichnete sich langsam aber sicher ab, dass es wieder einer der Abende werden sollte, an denen die Kugel einfach nicht ins Netz wollte.

Die Schlachtenbummler von Union Berlin erobern Braga

Vitinha (22, v.) bejubelt seinen goldenen Treffer des Abends.
Vitinha (22, v.) bejubelt seinen goldenen Treffer des Abends.  © MIGUEL RIOPA / AFP

Union Berlin verliert trotz guter Leistung gegen abgezockte Portugiesen

Robin Knoche (30, v.l.n.r.), Diogo Leite (23) und Julian Ryerson (24) lassen nach dem Gegentreffer die Köpfe hängen.
Robin Knoche (30, v.l.n.r.), Diogo Leite (23) und Julian Ryerson (24) lassen nach dem Gegentreffer die Köpfe hängen.  © Matthias Koch/dpa

Und dann kam es, wie es kommen musste: Nach einem vermeidbaren Ballverlust im Mittelfeld konterten die Portugiesen und gingen durch einem Abstauber von Vitinha (22) in der 77. Minute in Führung, nachdem Union Keeper Frederik Rönnow (30) einen Distanzschuss zuvor nur zur Seite abwehren konnte.

Die abgeklärten Hausherren brachten den knappen Sieg anschließend ohne größere Mühe über die Ziellinie, sodass der FCU auf europäischer Ebene wieder einmal das Nachsehen hatte.

"Das ist das Enttäuschende, dass du mit leeren Händen nach Hause gehst", stellte Fischer ernüchtert fest. Man sei natürlich enttäuscht, denn das Resultat spiegele nicht die Leistung wider.

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An den mitgereisten Schlachtenbummlern lag die neuerliche Niederlage sicherlich nicht. Rund 3000 Fans fanden den Weg ins Estadio Municipal und zelebrierten die nächste große Euro-Party mit Fan-Gesängen lange vor dem Anpfiff bis weit nach dem Abpfiff.

Union-Fans stehen auf dem Weg zum Stadion für den Mannschaftsbus Spalier

Auch nach der Niederlage wurden die Spieler von Union Berlin von den Anhängern gefeiert

Fehlgeleitete Union-Fans brennen Pyrotechnik ab und zünden Sitzschalen im Gästeblock an

Vermummte Pyro-Chaoten zündeln im Fanblock von Union Berlin.
Vermummte Pyro-Chaoten zündeln im Fanblock von Union Berlin.  © MIGUEL RIOPA / AFP

Selbst von der Schlappe ließen sie sich nicht die gute Laune verderben und feierten ihre Mannschaft nach der Partie vor der Gästekurve. Der Verein hatte extra fünf Flieger gechartert, die die Anhänger an die Atlantikküste beförderten.

Leider wurde während der Begegnung wieder mehrfach Pyrotechnik abgebrannt, sodass auf den FCU eine Strafe seitens der UEFA zukommen dürfte. Zudem wurden im Anschluss des Spiels sogar Sitzschalen im Gästeblock angezündet, als die mitgereisten Berliner noch eine Stunde dort ausharren sollten.

Durch die Rauchentwicklung wurden sie schließlich früher aus dem Stadion geleitet. Gegen 6 Uhr morgens hoben die Charterflieger dann wieder Richtung Heimat ab.

Der Tabellenführer der Bundesliga kann sich am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) den Euro-Frust von der Seele schießen, wenn der VfL Wolfsburg im heimischen Stadion An der Alten Försterei gastiert.

Aber auch nach den beiden Auftaktniederlagen in der Europa League will der 1. FC Union die Flinte nicht ins Korn werfen: "Noch ist nichts entschieden, jetzt aufzugeben ist keine Alternative!", merkte Knoche an. Dafür habe man in der vergangenen Saison zu hart gearbeitet, um in dem Wettbewerb spielen zu dürfen.

Titelfoto: MIGUEL RIOPA / AFP, Matthias Koch/dpa (Bildmontage)

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